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tolemus das Geschoss zurückgeben will, wendet er noch alles an, dieses abzuhalten, ohne zu irgend einem unbesonnenen raschen Schritt, der schlimme Folgen hätte ha- ben können, durch den wichtigen Augenblick hingerissen zu werden. So haben wir in ihm ein erfreuliches Bild eines Mannes von Muth und richtiger Thätigkeit, die klug und unverdrossen wirkt und zwar eines edeln Mannes, welcher nicht schlau nach dem eignen Vortheil späht, sondern der Gesammtheit und ihren unabweislichen Angelegen- heiten mit Eifer dient, sich mit Klugheit und Entschlossenheit allem unterziehend, was den Zweck fördern kann, und sich selbst diesem nachsetzend. Betrachten wir ihn ge- genüber dem Philoktetes, so geben beide ein glückliches Bild in Hinsicht auf künst- lerische Stellung der Gestalten, denn der seinem Volke und dessen Zwecken so ganz ergebene Held lässt den ihm gegenüberstehenden, ihn vergeblich schmähenden Hel- den scharf hervortreten in seinem kranken Hasse und dem zähen Festhalten an einer Beleidigung, wofür er seine Behandlung nahm, obgleich die Störung der Opfer ihr zur Entschuldigung gereichen konnte. Einander gegenüber stehen der Mann, wie er in Beziehung auf das Vaterland seyn sollte, und der Mann, welcher diese Stellung nicht erkennt. Eben so ist es ein schönes Bild, wenn wir Odysseus und Neoptolemus in ihrer Zusammenstellung betrachten. Der edle Heldenjüngling, gelenkt von der Hand des klu- gen Mannes und ihm treu ergeben in Erkennung des hohen Zweckes, bis er, von sei- nem Herzen getrieben, der leitenden Hand entrinnt und dran geht dessen wohlüber- dachtes Thun, als es dem Gelingen schon bedeutend nahe war, zu nichte zu machen. Rührend und kräftig zugleich ist das Bild, wann Neoptolemus dem Philoktetes gegen- über steht, der edle Jüngling sich überwindend den Unglücklichen zu belisten, sein Vertrauen gewinnend und täuschend und dann von Mitleid ergriffen sich seiner er- barmend. Auch durch seine Gegenüberstellung tritt des Philoktetes unrechte Gesinnung gegen sein Volk hervor, da der Jüngling ihn so sehr übertrifft an Eifer für das Ge- meinsame.
Werthvoll wäre es für uns, wenn wir noch des Sophokles Philoktetes in Troja hätten, um zu sehen, wie er diesen Helden nach seiner Versöhnung und Heilung auf- treten liess; für den Philoktetes auf Lemnos aber würden wir keine Einsicht daraus gewinnen können, weil Sophokles seine Stücke einzeln in sich beschloss und dichtete, nicht wie Aeschylus eine Sage in drei in sich zusammenhängenden Stücken durch- führte. Darum besitzen wir in dem, was von Sophokles erhalten ist, immer ein abge- rundetes Ganzes, was zu seiner Auffassung keiner weitern Ergänzung bedarf.
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