Aufsatz 
Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht : Erste und zweite Stufe / dargest. von Friedr. Schürmann
Entstehung
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nach Pfingsten in Weilburg stattfand, besuchten, so wurde nach erteilter Verfügung des Königl. Provinzial-Schulcollegiums dieser Tag frei gegeben.

Die Sommerferien dauerten in diesem Schuljahre vom 5. bis 31. Juli; die Herbstferien vom 27. September bis zum 9. October und die Weihnachtsferien vom 23. Dezember bis zum 5. Januar. Während der Ferien wurde die rechtzeitige Anfertigung der Ferienaufgaben von den drei unteren Klassen in der Weise überwacht, dass dieselben an bestimmten Tagen dem Unterzeichneten vorgezeigt werden mussten, wobei derselbe vom Herrn Collegen Hölzerkopf unterstützt wurde.

Auch in dem eben dahingeschwundenen Jahre wurden wie seither die beiden National- feiertage mit einem Schulactus gefeiert. Am 2. September hielt wie seit dem Jahre 1871 der Unterzeichnete die Festrede, in welcher er, nachdem nunmehr ein Decennium seit dem denkwürdigen Tage des Jahres 1870 verflossen und eine Schuljugend herangewachsen ist, welche keine oder keine genaue Erinnerung an die glorreiche Zeit der genannten Jahre hat, auch bei den älteren Festteilnehmern manches dem Gedächtnis entwichen sein dürfte, eine kurze Darstellung des deutsch-französischen Krieges bis zur Schlacht bei Sedan gab. Am 22. März d. J. sprach Herr Hölzerkopf über die früheren politischen Zustände Deutschlands, welche es s. Z. möglich machten, dass Lothringen und Elsass vom Reich abgerissen werden konnten. Bei beiden Festactus wechselten patriotische Gesänge mit Declamationen von Gedichten bezw. Festspielen, welche sich auf die Feier des Tages bezogen, in herkömmlicher Weise ab. Da am 2. September das Jugendfest gefeiert wurde, an welchem nicht nur die gesamte Schuljugend Marburgs, sondern der grösste Teil seiner Bewohner sich beteiligte, unterblieb diesmal ein Ausflug der Lehrer mit den Schülern der Anstalt.

Herr College Leimbac h, welcher den deutschen Unterricht in den beiden oberen Klassen erteilt, war so freundlich und las und erklärte Sonnabends in einer Abendstunde einiges aus unseren Klassikern, um den Schülern eine grössere Bekanntschaft mit denselben zu er- möglichen. 80 liess auch der Unterzeichnete in passenden Stunden die catilinarischen Reden Ciceros, sowie einige Oden und Satiren von Horaz in guten Uebersetzungen lesen. Auch ist seit einigen Jahren zufolge einer Aeusserung, welche Herr Geheimerat Dr. Stauder bei seiner Anwesenheit hierselbst machte, die Einrichtung getroffen, dass jeder Schüler der Secunda im Laufe des Jahres einen Vortrag über ein passendes Thema halten muss.

Die den Reallehranstalten zustehenden Berechtigungen kann den hierauf Reflectieren- den in einer Zusammenstellung auf Verlangen gratis vom Unterzeichneten gegeben werden.

Um einem Teil unserèr Schüler noch mehr Gelegenheit zu geben, sich im Zeichnen, dessen Wichtigkeit für unser gewerbliches Leben immermehr erkannt wird, auszubilden, ist auch in diesem Schuljahre die Einrichtung beibehalten worden, dass ausser den zwei obli- gatorischen Zeichenstunden in jeder Klasse, wöchentlich auch noch zwei facultative Zeichen- stunden, Sonnabends von 2 4 Uhr, erteilt wurden. An diesem Unterricht mussten auch diejenigen Confirmanden, welche am Besuch der obligatorischen Zeichenstunde durch den Confirmandenunterricht Febiderr waren, teilnehmen.

Die facultativen Zeichenstunden besuchten:

Aus Secund a: Dreyling, Nau, Joh. Wolff, E. Lindemann, Ad. Lindemann, Nicolai, eyer. Aus Tertia: Moritz Fett, Kenter, Harms, Otto, Schwab, Neuscheffer, Holzhauer, Carl Schreiber, Geidt, Schultz, H. Schmidt, Rassau. Aus Quarta: K. Weber, Eimer, Döring, Herbig. Aus Quinta: Knöll, Blankemeier..

Das schriftliche Eramen der diesjährigen Abiturienten-Prüfung wurde an den fünf Tagen vom 14. 18. Februar abgehalten und nahmen an derselben 9 Abiturienten teil. Es waren folgende Aufgaben gestellt:.

1) Im Deautschen ein Aufsatz über das Thema: Wer ernten will, muss säen. 2) im Lateinischen

3) im Paneeiechen, ein Exercitium.

9 im Englischen