Aufsatz 
Lehrplan und Methode für den Zeichenunterricht : Erste und zweite Stufe / dargest. von Friedr. Schürmann
Entstehung
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Schulnachrichten.

A. Schulchronik.

Am 8. April v. J. begann das laufende Schuljahr, welches nunmehr mit dem 12. April sein Ende erreichen wird. nsselbe wurde am erstgenannten Tage in gewohnter Weise in gemeinsamer Versammlung aller Lehrer und Schüler mit Gebet und Ansprache durch den unterzeichneten Rector begonnen. Bei diesem feierlichen Actus wurden 37 Schüler, welche am 7. April die Aufnahmeprüfung bestanden hatten, aufgenommen und vorschriftsmässig mit den Gesetzen der Anstalt bekannt gemacht, wodurch diese zugleich den älteren Schülern wieder ins Gedächtniss zurückgerufen wurden, welches um so nothwendiger war, als nach neueren Verfügungen hoher vorgesetzter Behörde Uebertretungen gewisser Vorschriften mit strengen Strafen zu ahnden sind.

Am 18. Juni beehrte Herr Provinzial-Schulrat Kretschel die Anstalt mit seinem Be- suche; er hospitierte morgens und nachmittags bei allen Lehrern in verschiedenen Klassen und sprach, wenn auch nicht in einer nachfolgenden Lehrer-Conferenz, gegen den Unterzeichneten seine Zufriedenheit über den Stand der Anstalt aus.

Im Lehrerpersonal fand keine Veränderung während des Schuljahres statt, wie solches nur noch im Jahre 1877 seit der Reorganisation der Anstalt im Jahre 1867 der Fall war. Auch in ihrer Organisation ist dieselbe unverändert geblieben, nachdem ihr nun als vollbe- rechtigte höhere Bürgerschule der Lehrplan einer Realschule I. Ordnung als Normativ ge- heben ist. Hierbei sei bemerkt, dass die mit Reifezeugnis bereits entlassenen Schüler, welche ihre Ausbildung in der Prima einer Realschule I. Ordnung fortsetzten in welche Klasse dieselben ohne Aufnahmeexamen eintraten stets nach einem vorschriftsmässigen zweijäh- rigen Besuch der Klasse, die Maturitätsprüfung bestanden haben. Die Frequenz der An- stalt war auch in diesem Schuljahre eine grosse(212 s. Tabelle E), so dass sie hierin viele Gymnasien und selbst Realschulen I. Ordnung übertrifft. Hierdurch und durch das seit einigen Jahren eingeführte, jedoch immer im Vergleich mit höheren Lehranstalten in anderen Städten mässige Schulgeld, hat sich denn auch da der Staatszuschuss von 7800 Mk. un- verkürzt gezahlt wird der städt. jährliche Beitrag um den vierten Theil gegen früher verringert. Gewiss war daher die Bitte der Lehrer um Gewährung des Servises, wie ihn die Lehrer der Realschulen in Cassel, Hanau, Bockenheim und Eschwege beziehen, eine höchst motivierte, aber leider bis jetzt unerfüllte. Wegen der grossen Schülerzahl musste denn auch die Einteilung in vier Abteilungen im Turnunterricht beibehalten bleiben; der Unterricht selbst wurde hierdurch wesentlich erleichtert und gefördert. Leider steht uns der Verlust des Sommer-Turnplatzes, welcher in vielen Beziehungen recht geeignet war, in der Kürze bevor. Möchte es gelingen, einen anderen gleich passenden zu finden, damit nicht der im besten Fortschritt begriffene Unterricht eine Störung erleidet.