Aufsatz 
Aus der Mainzer Vergangenheit. Aufsätze zur Belebung des Geschichtsunterrichtes : 2. Teil
Entstehung
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VI.

Markgraf Albrecht Alkibiades

von Brandenburg⸗Kulmbach in Mainz (August 1552).

Vorbemerkung: Die Hauptquelle für die folgende Darstellung ist: Markgraf Albrecht von Brandenburg-Kulm- bach in Mainz. 1552.(Die Chroniken der deutschen Städte, Bd. XVIII, herausgegeben von K. Hegel, S. 113128.) Dieser vor 1582 niedergeschriebene Bericht über den Streifzug des Markgrafen Albrecht Alkibiades von Brandenburg-Kulmbach enthält, soweit er die Stadt Mainz betrifft, drei Daten: 1. S. 122 Z. 16. Im August 1552 um das Fest Mariä Himmelfahrt(15. Aug.) erschien ein Trompeter vor Mainz, der die Unterwerfung verlangte. 2. UÜber den Verhandlungen verliefen ungefähr acht Tage(S. 123 Z. 25). 3. Das Kriegsvolk war etwa drei Wochen in Mainz(S. 124. Z. 11). Zu diesen Daten paßt nicht die Angabe, daß vom 30. Juni bis 28. August in Mainz kein Glockenzeichen ertönte(S. 125 Z. 16), zumal der Erzbischof Sebastian erst am 5. Juli Mainz verließ(S. 123 Z. 1). Sie bleibt deshalb in der folgenden Darstellung der Ereignisse unberücksichtigt. Zu Grunde gelegt werden ihr die genauen Daten, die sich aus dem Leben des unten erwähnten Mainzer Dompredigers Wild, gen. Ferus, ergeben.(Nik. Paulus, Johann Wild, ein Mainzer Domprediger des 16. Jahrhunderts. Schrift. d. Görresgesellschaft 1893 III.) Es sind folgende: 1. Am 7. August 1552 predigte im Mainzer Dom ein lutherischer Prädikant(A. a. O. S. 53). 2. Am 9. August 1552 traf Albrecht Alkibiades selbst in Mainz ein(A. a. O. S. 53). 3. Nach der Plünderung der Stadt, die am 23. August 1552 stattfand, ver- ließ Albrecht Alkibiades am 24. August 1552 Mainz(A. a. O. S. 56).

Moritz von Sachsen hatte im Schmalkaldischen Kriege Kaiser Karl V. gegen seine eigenen Glaubensgenossen unter- stützt. Die andauernde Gefangenschaft seines Schwieger- vaters, des Landgrafen Philipp des Großmütigen von Hessen, und das weitere Vorgehen des Kaisers gegen die Protestanten bestimmten Moritz zu geheimen Kriegsrüstungen. Um die notwendigen Geldmittel zum Kampfe gegen Karl V. zu ge- winnen, trat Moritz 1551 mit König Heinrich II. von Frank- reich in Beziehung. Als Entgelt verlangte dieser Metz, Toul, Verdun und Cambrai sowie die Schutzgewalt über die deutschen geistlichen Fürstentümer. Letztere Forderung