Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 4. Teil
Entstehung
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von Einnem Faß zahlen Soll, wie auch Solches under die Renthendienere, weinstecher unndt beyde zugeordnete auß- geteilt werden Solte, ist hierinnen in der ortnung nicht benennet.

Achtens der Clerisey und geystlichkeit betreffend, So Sollen zwar die jenige weinne, welche Ihnen von ihren habenten geistlichen Beneficien jährlich gefallen, frey Ein- gehen, aber keinneß weegst uf die erkauffte oder ahn schulden ahngenohmene wein entendirt unndt verstanden werden, hin- gegen aber iedeß Jahr Einne aigentliche ufrichtige verzeich- nuß der jenigen weinnen, welche einnem ieden Stiefft gefallen, zu Herbst Zeitten under der handt einneß zeitlichen Dechandts unndt vorgetrucktem Stiefftt Inßiigel zur Renthen geschickt werden, So aber dieß Jahr noch nit von Ihnen beschehen.

Neuntens von verzapften geistl. beneficial- oder praebend weinnen Soll die Clerisey von Eynnem jeden Fuder oder Stückfaßs under 8 Ohmen haltent 12 heller, von Einem uber 8 Ohm haltenten Stückfaß aber 24 heller wie vor alterß entrichten, die wein Rüffer aber deßweegen ahngewiesßen werden, solch hellergelt zu erhneben unndt alle unndt iede woch uf denn Sambéötag vormittagh uf die Renthen zu liefferen, deßgleichen auch, wann unndt So offt sie ein Faß außrueffen oder zu verzapfen ahnstechen, Solcheß iedeßmahls der Renthen anzeigen, So aber biß dato von lhnen noch nicht geschehen noch werckstellig gemacht worden.

Zehentens daß den Juden ¹) der wein unndt frucht handel ausßer desßen, waß Sie ahn ohnwucherlichen Schulden ahn- nehmen, gäntzlich verbotten sein Solle, berichten hierrauffer underthenigst, wie daß Sie zwar in dießem herbst wein eingefihrt, aber alzeit under dem vorwandt, daß Sie Selbige ahn Schulden ahngenohmen, welcheß wir ingesambt ahn befohlener maaßten alßo geschehen laßen müsßen; waß aber der frucht handel betriefft, So ist jetzo bey disßen kriegß uhnruhen keinne handirung.

Elfftens daß die hiesßige Müllere ins künfftig einnigeß Mehl nicht mehr uf die Renthen oder ahn benachbarte orthen zu verkauffen bringen Sollen, Solcheß hat biß dato noch nit inßs werck gericht werden können²), weillen auß der Pfaltz unndt anderen hierrum liegenthen orthen weegen deß kriegß

1) Am Rande: Weil den Juden erlaubt ist, wein ahn unwucher- lichen schulden anzunehmen, so sollen sie auch dabey gelasßen werden, doch daß sie iedesmahls die anzeig thun, waß sie an der- kleichen schulden angenohmen; solte sich eine dieser anzeigen falsch

efinden, solle gegen dieselbe von der renthen mit ohnnachläßiiger straff

verfahren werden 2) Am Rande: beruhet auff anordnung des kornambts.