Aufsatz 
Emund Rokoch. Ein Mainzer Kaufmann und Beamter des XVII. Jahrhunderts : 2. Teil
Entstehung
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uber Franckfurt lauffen laßen muß, seindt Ein solches die Kayßerliche in Bonn in uhrsach, welche zeitthero die Posten daselbsten nach belieben uffgehalten undt dato noch bey der Nacht die Postilliones nicht mehr, wie hiebevor beschehen, durchlauffen laßen wollen, also die gantze nacht fast vor dießer statt in hochster Kälte halten müssen, bis man sie durchlaße. So vernehme auch, daß die zweyte verhindernus zu Coblentz seyhe, daß wan solche daselbsten angelangen thuet, sie dannoch von Chur Trier uffgehalten werdten soll, welches, wan solches in specie zu Bonn geendert werdten könte, so könten dieße brieffe Ihren ordtendtlichen lauff wiederumb gewinnen und ahn statt nunmehro deß abendts umb 6 deß morgens umb 7 uhr alhier sein. Warumb die Franckfurtter Ihre brieffe Einen halben tag zeittlicher be- khommen, ist solches die Nähe deß wegs in uhrsachen, ge stalten die Franckfurtter brieffe Ihre wege uff jener seith deß Rheins uber den westerwalt per Diedtkirch undt Königstein nehmen, der ich den Meinigen durch Bonn, Breyssig, Coblentz, Poppardt, St. Goär, Oberweesell, Bavarach undt Bingen nehmen muß, welcher der schlimbste, gefährlichste undt weitste weg ist. Ahnlangt die Taxirung der brieffe, observire Ich Meinen vorgeschriebenen Tax, welcher von 50 Jahren hero von Meinem abgelebten Natter see. und mir selbsten observirt worden, undt solte man weniger Porto nemmen, so könte dieße hiesßige Post wegen großer un- costen undt außlagen nicht underhalten werdten, masßen, wie bekandt ist, der Maiste theyll diesßer statt Post frey sein will. Undt damit Ein undt ander Factor seiner brieffe halben sich nicht zu beschwerhen habe, So ist Einem Jedtwedten freygestelt wordten, solche seine Cöllnische brieffe alhier oder aber zu Cöllen zu zahlen, dergleichen dan auch mit den Franckfurtter brieffen gehalten würdt. Underthänigster piette mich alß Einen vorgestelten Diener nicht zu beun- gnadigen, sondtern sich Gnädigst gegen mich versichert halten, daß in allem so viel möglich begehre underthänigst zu gehorsammen, in welche Ewer Churfürst. Gnadten undt Milt dan mich hirmit underthänigst Empfehle Ewer Churfürst. Gnadten Underthänigst Gehorsahmbwilligster Johann Conradt Gedult.

Mit dieser Antwort gab sich die kurfürstliche Regierung nicht zufrieden; denn auf einem Aktenbogen), der Schreiben und Edikte verzeichnet, die noch auszufertigen sind, findet

1) Nr. 199 Aktenstück Nr. 24.