HEIMATCESCHICHTE
IN DEM LEHRPLAN DES MAINZER GXMNASIUNMS.)
Vorbemerkungen:
Mit Recht bezeichnen es die neuen hessischen Lehrpläne (S. 48, Z. 8 v. u., Das Lehrziel) als eine der Aufgaben des Ge- schichtsunterrichtes,„die Heimat- und Vaterlandsliebe zu wecken und zu stärken“. Dementsprechend sollte man erwarten, daß in den Abschnitten„Verteilung des Lehrstoffes“ und„Lehrver- fahren“ ausführlich auf die Heimatgeschichte Bedacht genom- men werde. Dies ist jedoch nicht der Fall. Nur an zwei Stellen wird die Heimatgeschichte audrücklich erwähnt. Für Ouinta heißt es S. 490 oben:„In Verbindung mit dem deutschen Unter- richt: Ausschnitte aus der deutschen Geschichte, besonders im Anschluß an die Heimat.“ In dem Lehrverfahren wird die- selbe Forderung nochmals betont. S. 49, Zeile 12 v. u. wird nämlich gesagt:„Vorbereitet wird der Geschichtsunterricht durch einen mit dem deutschen Unterricht verbundenen pro- pädeutischen Unterricht in den Klassen VI u. V, der die Kennt- nis der wichtigsten Sagen des Altertums und die erste Fin- führung in die deutsche, vor allem die Heimatgeschichte ver- mitteln soll.“ Aus einer weiteren Bemerkung in dem Abschnitt „Lehrverfahren“ kann man mit einigem Wohlwollen ebenfalls entnehmen, daß der Heimatgeschichte besondere Bedeutung beigemessen wird. Denn S. 50, Z. 9 wird verlangt, den- jenigen Zeitaltern eine erhöhte Beachtung zuzuwenden, die in ihren fortwirkenden Ergebnissen von grundlegender Bedeu-
¹) So lautete der Bericht, den der Unterzeichnete in dem Fach- lehrerrat des Mainzer Gymnasiums erstattete. Die Aufzeichnungen hierfür liegen der nachstehenden Abhandlung zugrunde. Herr Oberstudiendirektor Professor Heyder gab die An- regung, diese bibliographische Einführung in die Mainzer Geschichte durch Druck weiteren Kreisen zugänglich zu machen. Für solch gütiges Entgegenkommen schuldet ihm der Verfasser aufrichtigen Dank. Er machte um so lieber von dem Anerbieten Gebrauch, als es ihm ermöglichte, langjährige Erfahrungen zum Nutzen der Schule und der Amtsgenossen in geschlossener Form zu veröffentlichen. Zweckmäßige Auswahl, nicht das Streben nach Vollständigkeit, leitete ihn bei den Angaben, die hoffentlich vielen willkommen sind, den einen bei Erarbeitung des Lehrstoffes, den anderen zur Einführung in die Mainzer Geschichtswissenschaft.
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