Aufsatz 
Über eine Art von Schwingungscurven doppelter Krümmung / Reinhard Schreiber
Entstehung
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Immer näher rückt die Anstalt dem erstrebten Ziele, durch eine gründliche Vorbereitung in den unteren Klassen einer möglichst grossen Zahl der Schüler das Vorrücken in die oberen Klassen zu erleichtern. Dann aber darf sie auch wohl die Hoffnung hegen, dass sich allmählich unter Denen, die es angeht, mehr entgegenkommende Ansichten über den Werth gründlicher wissenschaftlicher Bildung Bahn brechen, dass wir nicht immer wieder es erleben müssen zu sehen, wie Schüier, die ohne Schwierigkeit im Alter von 17 Jahren das Abiturienten-Examen zu absolviren im Stande wären, aus Mangel an ernstlichem Bildungsinteresse schon ein Jahr vorher, sobald sie nur die Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militairdienst erworben haben, aus der Unter-Prima, oder wohl gar noch früher, häufig schon mit der Confirmation aus der Tertia, die Schule verlassen. Wir vertrauen, dass sich in der jüngeren Generation ein frischerer Geist entwickeln wird: sonst würde wider Willen den Schulbehörden die Erwägung aufgenöthigt werden, ob die Realschule II. Ordnung, die doch für einen industriellen Ort so viele Vorzüge hat, für hiesige Stadt ein wirkliches Bedürfniss sei.

II. Die Lehrer.

Nachdem des Herrn Ministers Excellenz die beiden ersten Lehrerstellen hiesiger Anstalt als etatsmässige Oberlehrer-Stellen anerkannt hat, sind die Herren Eichler und Dr. Moesta von Hochdemselben zu Ober- Lehrern ernannt worden. Die Schule erkennt in dieser Ehrenbezeugung ebenso für die wohl verdienten Lehrer wie für sich selber ein Zeichen zufriedenen Wohlwollens der Hohen Behörden und wird durch vermehrten Eifer sich dafür dankbar zu zeigen suchen.

Herr Dr. Bindseil kehrte zu Ostern v. J. nach Beendigung seines Lehrcursus in der Central-Turn-Anstalt zu Berlin in sein hiesiges Amt zurück und übernahm sofort das Exercitium der Vorturner und der ersten Turn- Abtheilung ohne Vergütung. Seinem Eifer und Geschick sind die vortrefflichen Leistungen der Schüler, die auf dem Schauturnen am 28. August zu Tage traten, zu danken. Sein Stellvertreter, der Schulamts-Candidat Reissig, über- nahm gleichzeitig eine ordentliche Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Mühlhausen. Die Anstalt ist ihm, sowie dem Schulamts-Candidaten Höfer, welcher im Winter-Semester grösstentheils den Unterricht in der Secunda gymn. versah, für treue und erfolgreiche Dienste Dank schuldig.

Hlerr Dr. Döhle wurde im Juli v. J. zu den Fahnen einberufen und nahm in seiner Eigenschaft als Reserve-Lieutenant im 32.(Thüringischen) Infanterie-Regiment an allen Schlachten dereisernen Division theil, ohne eine Verletzung davon zu tragen; doch seine Tapferkeit bezeugt daseiserne Kreuz an seiner Brust. Die Schule wird diesen Ritter in ihrem Collegium zu ehren wissen. Seine Lectionen versah interimistisch mit anerkennenswerther Bereitwilligkeit Herr Pfarrer Ewald.

Der Schulamts-Candidat Dr. Vollheim wurde nach Beendigung seines Probejahres zu Michaelis v. J. an die Gelehrtenschule zu Rostock berufen. Collegen und Schüler sahen den gewiegten, kenntnissreichen und liebens- würdigen Mann ungern scheiden. In seine Stelle trat der Schulamts-Candidat Kreymer aus Hannover zu interimistischer Verwaltung derselben und gleichzeitiger Abhaltung seines Probejahres.

Den Religionsunterricht in den oberen Klassen hat in entgegenkommender Weise bis auf Weiteres Herr Pfarrer Wiederhold übernommen.

Der Schulamts-Candidat Wessel ist für die sechste ordentliche Lehrerstelle designirt. Geboren 1821 zu Cruspis im Reg. Bez. Cassel, evangelisch, Sohn eines Pfarrers, erzogen auf dem Gymnasium zu Hersfeld, studirte er 1841 45 in Marburg Theologie, absolvirte 1845 ebendaselbst das theologische Facultäts-Examen und fungirte dann einige Jahre als Hauslehrer. In der Absicht, sich für das Lehrfach der neueren Sprachen auszubilden, begab er sich 1852 ins Ausland, unterrichtete bis 1857 an einer Erziehungsanstalt in Neuchaàtel, verweilte während des Jahres 1858 in Italien, besonders in Rom, und war dann 10 Jahre lang an verschiedenen Unterrichtsanstalten in England, seit 1864 an dem Wesleyan Collegiate Institution zu Taunton beschäftigt. Die veränderten Verhältnisse zogen ihn 1868 ins Vaterland zurück, wo er an hiesiger Lehranstalt zu Michaelis 1869 zunächst eine provisorische Anstellung fand und nunmehr, nachdem er das Examen pro facultate docendi in den neueren Sprachen bestanden, für seine treuen Dienste einer definitiven Anstellung entgegen sieht.