Aufsatz 
Dem Kaiser Friedrich III. zum Gedächtnis : (30. Juni 1888.) / L. Kaiser
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Abiturientenaufgaben. Ostern 1889.

1. Algebra: Jemand hat ein Kapital von 50000 Mark zu 3% auf Zinseszinsen stehen und entnimmt demselben am Schlusse jeden Jahres die Summe von 4000 Mark. Nach wie- viel Jahren wird das Kapital aufgezehrt sein?

2. Planimetrie: Ein Kreisring ist durch zwei mit ihm konzentrische Kreise in drei gleiche Teile zu teilen.

3. Trigonometrie: Um wieviel Uhr geht in Wiesbaden am längsten Tage die Sonne auf? (Polhöhe von Wiesbaden 50⁰°4 Schiefe der Ekliptik 23° 27 30.)

4. Stereometrie: Ein leuchtender Punkt be- scheint den vierten Teil einer Kugeloberfläche vom Radius R. Wie weit ist derselbe vom Kugelmittelpunkt entfernt?

Physik(4 St.): Die Gesetze der Fall-, Wurf-, Central-

und Pendelbewegung. Wiederholung der Statik sowie der Lehre vom Lichte, der Wärme, dem Magnetismus und der Elektricität. Lösung physi- kalischer Aufgaben. Lehrbuch von Krebs. Der Direktor.

Chemie(3 St.). Im Sommer: Die Metalloide und die

wichtigsten Verbindungen derselben. Im Winter: Beendigung der Metalloide. Die leichten Metalle.

Nach Sieberts Leitfaden. Siebert.

Zeichnen(3 St. komb. mit U. I A). Freihand-

zeichnen: Ornamente verschiedener Stilarten nach Gipsmodellen; Ausführung in schwarzer

und weisser Kreide. Linearzeichnen: Säulenordnungen. Gut. Unterprima.

Ordinarius in Abt. A: Güth. Ordinarius in Abt. B: Usener.

Christliche Religionslehre(2 St.).

a. Eoangelische(komb. mit I 2 b): Ausführlicher Inhalt des neuen Testaments(Noack§ 31 46). Gelesen und erklärt wurde im Sommer das Evan- gelium des Matthäus und die Apostelgeschichte, im Winter die Briefe in Auswahl. Kirchen- geschichte von der Reformation und deren Vor- läufern bis zur Gegenwart(Noack§ 74 98). Glaubenslehre nach Noack§S§ 99, 100, 101, 105, 106, 111116. Repetition des Kirchenliedes.

Veesenmeyer.

b. Katholische(komb. mit O I und II): Kirchen- geschichte von Christus bis Gregor VII. Wiederholung der wichtigsten Lehrstücke des ersten Hauptstücks. Gruber.

Deutsch(3 St.):

Abt. A: Gelesen wurden Gedichte von Schiller und Göthe, die meisten wurden memoriert; ausserdem SchillersWilhelm Tell und GöthesHermann und Dorothea. Die Schüler wurden mit dem Leben und durch Mitteilung geeigneter Proben mit den hauptsächlichsten Dichtungen der hervorragendsten Dichter des Mittelalters und der Neuzeit bekannt gemacht. Das Wichtigste aus der Metrik und Poetik im Anschlusse an die Lektüre. Die Themata der dreiwöchentlichen Aufsätze waren:

1. Schillers DichtungenDer Taucher undDer Handschuh. Ein Vergleich. 2. Die ost- und westindischen Inseln. 3. Die Bedeutung des Handels für das mate- rielle und sittliche Wohl eines Volkes. 4. Über den Nutzen des Eisens(Klassenarbeit). 5. Die Folgen der Kreuzzüge. 6. Glie- derung und Gedankengang in Schillers Lied von der Glocke. 7. Was erfahren wir in der Rütliscene von den sozialen und politischen Verhältnissen der Schweiz? 8. Warum liegen so viele Städte am Wasser? (Klassenarbeit). 9. Die Bedeutung der Buchdruckerkunst für die Kulturentwickelung.

10. Wiesbaden. In Form eines Briefes an einen Freund, der sich daselbst niederzulassen

gedenkt. 11. Hermann nach Göthes DichtungHIermann und Dorothea(Klassen- arbeit). 12. Der weltgeschichtliche Hinter-

grund in der genannten Dichtung. Güth. Abt. B: Gelesen und erklärt wurden Schiller'*- sche und Göthe'sche Gedichte, ferner Schillers Wilhelm Tell undJungfrau von Orleans. Das Wichtigste von dem Leben und den Werken der beiden Dichter nach Kluges Litteratur- geschichte. Deklamationsübungen. Drei- wöchentliche Aufsätze über folgende Themata:

1. Aus meinem Leben(Klassenarbeit). 2. Die Bedeutung der Schlacht von Collin für den Verlauf des siebenjährigen Krieges. 3.Die Kraniche des Ibykus von Schiller undArion von Schlegel. Eine Ver- gleichung. 4. Die Scenerie im ersten Akt von SchillersWilhelm Tell(Klassen- arbeit). 5. Die Bedeutung der Rütliscene im zweiten Akt von SchillersWilhelm Tell für den Gang des Dramas. 6. Anden und Alpen. Ein geographischer Vergleich. 7. Das Emporkommen des preussischen Staates in den letzten drei Jahrhunderten. 8. Die Beziehungen der Glocke zum menschlichen Leben(Klassenarbeit). 9. Welche Vorteile