Aufsatz 
Odyssee II, übersetzt
Entstehung
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Lebend in üppigem Schmausen, und sorglos trinken den dunkeln Wein sie nach Lust, und vieles vergeudet sich, weil es am Mann feblt, Wie es Odpysseus war, der dem Haus abwehre das Unheil;

Denn nicht bin ich zu wehren im Stande ja, würde fürwahr auch Kraftlos bleiben hinfort, unkundig der kriegerischen Stärke,

Denn sonst wehrt' ich dem Uebel gewiss, wenn Kraft ich besässe. Nicht ja erträgliche Dinge geschehn noch, oder mit Art noch

Wird mein Haus mir verwüstet, erkennet und rüget im Herzen, Und habt Scheu vor den andern, den ringsumwohnenden Menschen, Unseren Nachbarn rings, und den Zorn der Unsterblichen fürchtet, Dass sie vergelten es möchten, verabscheund frevele Thaten.

Euch anfleh' ich bei Zeus dem Olympier und bei der Themis, Welche der Männer Versammlungen auflösst und sie vereinigt, Bleibt ihr Lieben und lasst mich allein mich härmen in bittrer Trübsal, wenn nicht etwa der treffliche Vater Odysseus

Uebels gethan feindselig, den wohlumschienten Achäern,

Dass feindselig ihr jetzo mir Uebeles thut zur Vergeltung,

Die antreibend dazu, doch mir würs sicherlich besser,

Aesst ihr mir selber das Gut in dem Haus und allen Ertrag auf; Denn ässt ihr es zum mindsten, vielleicht noch würd' es erstattet, Da in der Stadt fortwährend ich dann anläge mit Mahnen

Fodernd zuriick mein Gut, bis sämmtlicher Schaden ersetzet:

Doch nun werft ihr mir Kummer ins Herz, der nicht zu verwinden.

Also sprach er erzürnt, und warf sein Scepter zur Erde, Lassend den Thränen den Lauf, und das Volk rings fühlet' Erbarmen. Aber die andern gesammt stumm blieben sie, und es versuchte Keiner ein heftiges Wort dem Telemachos nun zu erwiedern, Nur Antinoos sagte darauf antwortend zu jenem:

Was doch redest du da groſssprechrischer, tobenden Herzens, Uns, Telemachos, schimpfend; du willst uns mit Tadel beladen; Doch die Achäischen Freier, sie sind nicht schuld an dem Uebel, Sondern die eigene Mutter, die sehr sich auf Ränke verstehet,