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Exemplar von Redenbachers Reformationsgeſchichte als eine Feſtgabe des Gymnaſiums zur Erhaltung und Mehrung des von dem Lutherfeſte für unſere Jugend erhofften Segens.
Die Chriſttagsferien dauerten vom 23. Dezember 1883 bis zum 6. Januar 1884. Am Tage vor dem Beginn dieſer Ferien wurde wie alljährlich eine Weihnachtsandacht gehalten.
Am 22. Februar fand in dem Turnſaale eine muſikaliſche Abendunterhaltung unter der Leitung des Geſanglehrers Temme ſtatt.
Die Abiturientenprüfung zum Oſtertermine wurde in ihrem ſchriftlichen Teile vom 4. bis zum 9. Februar, in ihrem mündlichen Teile am 17. und 18. März unter dem Vorſitze des Direktors abgehalten.
Zur Vorfeier des Geburtsfeſtes Sr. Majeſtät des Kaiſers und Königs fand am 21. März abends wiederum eine muſikaliſche Abendunterhaltung im Turnſaale ſtatt. Der 22. März wurde in einer öffentlichen Schulfeier mit vaterländiſchen Geſängen und Deklamationen feſtlich begangen. Die Feſtrede hielt der Ober⸗ lehrer Dr. Krämer über E. M. Arndt. Mit dieſer patriotiſchen Feier wurde die Entlaſſung der Abiturienten durch den Direktor verbunden.
Der Bibliothek und dem naturhiſtoriſchen Lehr⸗Apparate floſſen auch in dieſem Schuljahre manche Geſchenke zu, was mit gebührendem Danke gegen die Geber hier erwähnt wird. Beſondere Erwähnung ver⸗ dienen folgende Geſchenke: Se. Excellenz der Herr Miniſter von Goßler ſchenkte ein Exemplar der Beſchreibung der preußiſchen Expedition nach Oſtaſien(Band 1— 4 nebſt Heft 1 des dazu gehörigen Atlas); Herr Geheimer Regierungsrat Dr. Rumpel ſchenkte Heft IX— XVI der Verhandlungen der weſtfäliſchen Direktoren⸗ konferenzen; Herr Hüttendirektor Eduard Klein zu Heinrichshütte bei Au ſchenkte eine ſchöne Sammlung weſtfäliſcher Mineralien.
IV. Statiſtiſches. A. Lehrer.
Ende Juni ſchied der Oberlehrer Dr. Heldmann aus dem Lehrerkollegium, um ſeiner Berufung in das Direktorat des Fürſtlich Lippeſchen Gymnaſiums zu Bückeburg Folge zu leiſten. Infolgedeſſen rückten die Oberlehrer Dr. Krämer und Dr. Auth Il ſowie die ſämtlichen ordentlichen Lehrer vom 1. Juli an um je eine Stelle auf und wurden vom gleichen Termine ab der ordentliche Lehrer Püttgen zum Oberlehrer und der Hülfslehrer Dr. Lahmeyer zum ordentlichen Lehrer befördert. Außerdem wurde der ordentliche Lehrer Dr. Karl Endemann vom herzoglichen Gymnaſium zu Coburg als Hülfslehrer an das hieſige Gymnaſium berufen. Da dieſer Lehrer aber erſt zum 1. Oktober hier eintreten konnte, ſo wurden für die Zeit vom 1. Auguſt bis zum Ende des Sommerhalbjahres die Probekandidaten Lohmann und Wolff zur Hülfeleiſtung herangezogen.
Dr. Karl Endemann, geboren zu Fronhauſen am 4. Auguſt 1856, ref. Konfeſſion, beſuchte das Gymnaſium zu
Marburg, ſtudierte zu Marburg Philologie und beſtand daſelbſt am 31. Oktober 1879 die Prüfung pro facultate
docendi. Vom 1. April 1880 an war er als ordentlicher Lehrer am Gymnaſium zu Coburg angeſtellt. Am 5. April
1881 erwarb er in Marburg die philoſophiſche Doktorwürde.
Johannis beendigten die Kandidaten des höheren Schulamtes Eduard Mülot und Heinrich Schotten ihr Probejahr am Gymnaſium, letzterer blieb auf ſeinen Wunſch noch weiter beſchäftigt am Gymnaſium. In gleicher Weiſe fand auch der Kandidat des höheren Schulamtes Hermann Bochröder Beſchäftigung am Gymnaſium ſeit dem 9. Auguſt 1883.


