Aufsatz 
Das Rotliegende in der Umgebung von Fürfeld in Rheinhessen / von H. Schopp
Entstehung
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32 und an deſſen Stelle der Großherzogliche Gymnaſiallehrer Dr. Ferdinand Wamſer zu Mainz, eben⸗ falls mit Wirkung vom 1. April l. J., an unſere Anſtalt verſetzt.

3. Organiſation. Mit dem Beginn des Schuljahrs 1893/94 wurde der neue Lehrplan der heſſiſchen Gymnaſien dem Unterricht unſerer Anſtalt zu Grunde gelegt.

Nach Oſtern 1893 wurde eine neue Oſterunterprima errichtet, in welche die vorher aus der Oſter⸗ oberſecunda verſetzten Schüler übergingen. Die Oſtern 1893 aus den Parallelklaſſen IIb. O. A. und IIb. O. B. verſetzten Schüler wurden mit Beginn des Schuljahrs 1893/94 nur in einer Oſterober⸗ ſecunda vereinigt, und die Parallelklaſſe IIb. O. B. fiel gleichzeitig weg. Die Oſtern 1893 errichtete Oſterunterprima geht zu Beginn des bevorſtehenden Schuljahres 1894/95 in die nunmehr zu errichtende Oſteroberprima über.

Vom 11. April 1893 an wurde in unſerer Schule die mitteleuropäiſche Zeit in der Weiſe eingeführt, daß der Vormittagsunterricht im Sommerhalbjahr um 7 Uhr, in den Monaten Oktober und März um 8 Uhr, im November, Dezember, Januar und Februar um 8 Uhr 30 Minuten be⸗ gann. Der Nachmittagsunterricht fing, wie früher, um 3 Uhr an.

4. Spaziergänge und Tagesausflüge wurden von allen Klaſſen unter Führung der Lehrer ausgeführt. Zur Benutzung der Eisbahn wurden im Januar 1894 mehrmals die Nachmittagsſtunden und öfters die auf die Nachmittage fallenden Turnſtunden freigegeben.

5. Unſere Anſtalt beklagt den Tod von vier vorzüglichen Schülern. Ludwig von Willich, Sohn des Herrn Landesſtallmeiſters von Willich dahier, Schüler der erſten Oſtervorklaſſe, erkrankte zu Rein⸗ heim an Diphtheritis und entſchlief nach ſchwerem Leiden am 30. Juni 1893 im Alter von 8 Jahren. Am 19. Juli 1893 verunglückte auf einer Ferienreiſe unſer Herbſtoberprimaner Wilhelm Rau, ein liebenswürdiger und braver Sohn des Herrn Fabrikanten W. Rau dahier, beim Abſtieg vom Titlis, bei Engelberg in der Schweiz. Er glitt, nachdem er abgeſeilt hatte, über eine glatte Schnee⸗ und Eisfläche und wurde gegen eine gegenüberliegende Felswand in die Tiefe geſchleudert. Der Beiſtand des Führers verſagte. Seine Mitſchüler wohnten der Beſtattung in Mainz bei. Zwei hervorragende Schüler unſerer Herbſtoberſecunda ſtarben im letzten Semeſter nach kurzem Krankenlager infolge von Gehirn⸗ hautentzündung: am 2. November 1893 ſtarb Erwin Blaul, Sohn des in Frankfurt a. M. verſtorbenen Herrn Pfarrers Blaul, auf den ſeine in Darmſtadt lebende Mutter große und wohl berechtigte Hoffnungen geſetzt; und am 17. Februar l. J. entſchlief Arthur Winsloe, Sohn des Herrn Majors und Eskadron⸗ chefs A. Winsloe dahier. Lehrer und Mitſchüler wohnten der Beſtattung der lieben Entſchlafenen bei.

Am 18. Auguſt 1893 ſtarb unſer penſionierter Schuldiener, der Feldwebel i. P. Johann Joſt Müller.

6. Für die folgenden Geſchenke ſprechen wir freundlichen Dank aus. Herr C. W. Freiherr Heyl zu Herrnsheim ſchenkte: Monumenta Wormatientia, Annalen und Chroniken, herausgegeben von Heinrich Boos. Berlin 1893. Herr Prof. Dr. R. Lepſius dahier: aus deſſen Geologie von Attika: 2 photolithographiſche Anſichten vom Hymettos und Pentelikon und eine Anſicht der Akropolis in Athen nach Zeichnungen von E. Gilliéron, Athen 1890. Gymnaſiallehrer Dr. Th. Eger dahier: die von ihm herausgegebene 5. Auflage des Schirlitz'ſchen Wörterbuchs zum Neuen Teſtament. Gymnaſiallehrer Dr. Eduard Otto dahier: Die Bevölkerung der Stadt Puſdai während des Mittelalters, von demſelben. Darmſtadt 1893.