Das Rotliegende in der Umgebung von Fürfeld in Rheinheſſen von Prof. Dr. H. Schopp.
(Mit einer Karte.)
Im Auftrage der geologiſchen Landesanſtalt zu Darmſtadt war ich ſeit einigen Jahren mit der geologiſchen Aufnahme des Blattes Fürfeld nebſt den daran grenzenden Blättern Alzey und Wöllſtein beſchäftigt. Die Arbeiten über das Blatt Fürfeld können als beendigt gelten, während die beiden andern Blätter nur teilweiſe aufgenommen ſind. Da die Veröffentlichung der Unterſuchungen über das Blatt Fürfeld durch die geologiſche Landesanſtalt ſich wegen der noch mangelnden neuen topo⸗ graphiſchen Unterlage verzögert hat, ſo war es mir ſehr erwünſcht, an dieſer Stelle einige Mit⸗ teilungen über die geologiſchen Verhältniſſe dieſes letzteren Gebietes machen zu können. In demſelben wechſeln die verſchiedenen geologiſchen Formationen in bunter Mannigfaltigkeit miteinander ab. Das Diluvium kommt in Form von Schottern, Lehm und Löß vor; vom Tertiär ſind die Stufen des Meeresſandes, des Septarienthones und des Cyrenenmergels, entwickelt und alle dieſe Gebilde haben als Unterlage das Rotliegende, welches aber, beſonders im Süden und Weſten des Blattes, auch für ſich allein einen bedeutenden Anteil an der Zuſammenſetzung der Oberfläche des Landes ausmacht. Ge⸗ ſteine, die älter als das Rotliegende wären, ſind hier nirgends gefunden worden. Neben dieſen an⸗ geführten Sedimenten ſpielen aber auch die beiden Ergußgeſteine Melaphyr und Porphyr eine große Rolle. Wir werden zeigen, daß der Melaphyr, welcher von beiden Geſteinen das älteſte iſt, ſich während der Ablagerung der Schichten des Rotliegenden aus dem Innern der Erde als glutflüſſige Maſſe ergoß. Dagegen bezeichnen die Eruptionen des Porphyrs, der ſich in mächtigen Decken über den Abſätzen des Ober⸗Rotliegenden ausbreitet, für unſere Gegend das Ende der rotliegenden For⸗ mation. Unſere Mitteilungen werden ſich nur auf die Gebilde dieſer Formation beziehen.
Von den tertiären Ablagerungen habe ich den Meeresſand in meiner Abhandlung über den Meeresſand zwiſchen Alzey und Kreuznach! ſeiner Zeit ausführlich beſprochen. Die Erörterungen über die übrigen oben angeführten Tertiärſtufen, ſowie über das Diluvium werden ſpäter erfolgen. Eine kurze Notiz hierüber habe ich im Jahre 1889 im Notizblatt des Vereins für Erdkunde zu Darm⸗ ſtadt und des mittelrheiniſchen geologiſchen Vereins gemacht.
1 H. Schopp. Der Meeresſand zwiſchen Alzey und Kreuznach, mit 2 Tafeln; in Abhandl. der Großh. heſſ. geol. Landesanſtalt zu Darmſtadt, I. Bd., Heft 3. Darmſtadt 1889. 1


