Aufsatz 
Begleitworte zur beiliegenden geologischen Karte der nächsten Umgebung von Wonsheim in Rheinhessen / von H. Schopp
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Das Lehrercollegium erhielt im Laufe des Jahres mannigfache Veränderung und Erweiterung.

Die beiden Hilfslehrer, Dr. Forbach und Fr. Röder, wurden durch Allerhöchstes Decret vom 25. September und 7. October 1876 definitiv angestellt. Ferner wurde durch Allerhöchstes Decret vom 4. October der Gymnasiallehrer Dr. Osswald in Büdingen zum Lehrer am Gymnasium in Darm- stadt ernannt, und durch Ministerial-Verfügung vom 17. October der Hilfslehrer Dr. Geist zu Worms in gleicher Eigenschaft hierher versetzt.

Am Ende des Wintersemesters wurde Prof. H. Wagner auf sein Nachsuchen und unter Anerkennung seiner langjährigen und treuen Dienste durch Allerhöchste Entscheidung vom 21. Febr. in den Ruhestand versetzt. Lehrer und Schüler bereiteten ihm ein freundliches Abschiedsfest als Aus- druck ihrer Liebe und Verehrung.

Zum Ersatz erhielten wir durch Allerhöchstes Decret vom 4. Februar den bisherigen Gym- nasiallehrer Dr. Saalfeld zu Wetzlar zum Collegen und durch Allerhöchstes Decret vom 6. März wurde der Accessist Dr. O. Zimmermann zum Lehrer am Gymnasium zu Darmstadt ernannt. Endlich wurde nach Pfingsten der Hilfslehrer Dr. Geist an das Gymnasium zu Büdingen versetzt, und durch Allerhöchstes Rescript vom 5. Mai der Reallehrer Dr. L. Walther zu Darmstadt als ordentlicher Lehrer am Gymnasium angestellt.

Leider riss auch der Tod in diesem verhängnissvollen Jahre empfindliche Lücken in das Collegium.

Am 27. Januar verschied nach langem Leiden sanft und ruhig der Gymnasiallehrer Dr. Hugo Saur. Es war ihm nur eine kurze Wirksamkeit an der Anstalt vergönnt, aber seine ausdauernde Gewissenhaftigkeit und Pflichttreue hatten ihm bereits die volle Anerkennung seiner Vorgesetzten und die dankbarste Hochachtung der Schüler erworben. Trauernd und schmerzergriffen geleitete ihn die Schule zur letzten Ruhestätte. Atque in perpetuum, frater, have atque vale!

Ueberraschender und darum noch schmerzlicher traf die Schule der Tod eines langjährigen allge- mein geachteten und geliebten Lehrers, des Prof. Dr. Adolf Hüffell. Drei Wochen vor den Sommer- ferien warf ihn ein altes Leiden auf das Krankenbett, von dem er sich nicht wieder erheben sollte. Am 6. August, noch während der Ferien, verbreitete sich die Trauernachricht von dem Abends zuvor erfolgten Tode. Die anwesenden Lehrer und Schüler, welche sich sofort in grosser Zahl zusammen- fanden, geleiteten am 8. August schmerzergriffen den geliebten Lehrer zum Grabe, und als am 13. August sich die Schule wieder versammelte, wurde vor Beginn des Unterrichts in der Aula eine schlichte Gedächtnissfeier veranstaltet.

Adolf Hüffell war am 21. September 1817 zu Giessen geboren. Frühe verwaist, aber von Adoptiveltern liebevoll erzogen, besuchte er das Gymnasium zu Darmstadt, dann die Universitäten Giessen und Berlin. Ostern 1841 trat er am hiesigen Gymnasium den Access an, und wurde im Herbst desselben Jahres als Hilfslehrer, am 21. Februar 1845 als ordentlicher Lehrer angestellt. Am 12. September 1868 wurde er zum Professor ernannt. So war bis zu seinem Tode seine ganze öffentliche Wirksamkeit dem Gymnasium zu Darmstadt gewidmet! Er vereinigte in sich eine seltene Fülle hervorragender Lehrertugenden: Aechte Gottesfurcht und strenge Gewissenhaftigkeit, energische Willenskraft und Ordnungssinn, opferwillige Berufstreue und hingebende Liebe zu den Schülern, strengen sittlichen Ernst und heiteres freundliches Wesen verbunden mit feinem und richtigem Tact. Seine Charaktertüchtigkeit gewann ihm auch ausserhalb der Schulkreise wohlverdiente Werthschätzung. So hat sich der treffliche College in den Herzen Aller, die im Leben ihm nahe gestanden, ein ehrenvolles und dauerndes Andenken gesichert. Sein ältester Freund und College, Prof. Dr. Fr. Zimmer- mann, hat ihm in der Darmstädter Zeitung vom 11. August einen Nekrolog gewidmet.

Der Gesundheitszustand von Lehrern und Schülern war in diesem Jahre kein günstiger. Von den Lehrern erkrankten nach einander Dr. Germann, Prof. Dr. Lips, Dr. Sell, der Director, Turn-