Aufsatz 
Antrittsrede und Schulnachrichten / vom Direktor Dr. Schmidt
Entstehung
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3. Übersicht über die während des Schuljahres 1906/1907 durchgenommenen Lehrpensa.

Oberprima.

Ordinarien: Coetus A: Professor Dr. Lohr.

Coetus B: Professor Dr. Heymach.

1. Religionslehre: a) Erangelische. 2 St. Glaubens-

und Sittenlehre im Anschlufs an die Augustana. Römerbrief. Kirchengeschichte vom XVII. bis XIX. Jahrh. Wiederholungen.

C. A.: Lohr.

C. B.: Hochhuth.

b) Katholische. 2 St.(zusammen mit I1 des Realgymn.): Zweiter Teil der Glaubens-

lehre nach WedewersGrundriſs. Das Wichtigste aus der Sittenlehre. Wieder- holungen. Wedewer.

2. Deutsche Sprache: C. B. 3 St. Literatur-

kunde: Goethe und Schiller nebst deren be- rühmtesten. Zeitgenossen; die romantische Schule. Lektüre: Goethe, Aus meinem Leben, mit Auswahl; Aufsätze aus Muffs Lesebuch für Prima; die schwereren philosophischen Gedichte Schillers und Goethes; Goethes Egmont; Schillers Braut von Messina; Kleists Prinz von Homburg; Wiederholung der deutschen Lite- raturgeschichte und früher gelesener Dramen und Gedichte; Vorträge über Leben und Werke der Dichter nach eigener Ausarbeitung. Aufsätze; mündliche und schriftliche Dispo- sitionsübungen.

Themata der Aufsätze:

1. Unglück selber taugt nicht viel, Doch es hat drei gute Kinder: Kraft, Erfahrung, Mitgefühl.

2. Wie schildert Goethe in Mahomets Gesang das Wesen des bahnbrechenden Genius? (Klassenaufsatz.)

3. Wer gar zu viel bedenkt, wird wenig leisten.

4. Was erfahren wir aus dem 1. Akt von

Goethes Egmont über die Vorgeschichte des

Stückes?

Was bewegt den Tacitus, inbezug auf die

Germanen zu sagen: Argentum et aurum

propitiine an irati di negaverint dubito?

6. Die Stellung des Chors in Schillers Braut von Messina.(Klassenaufsatz.)

7. Dafs wir Menschen nur sind, der Gedanke

beuge das Haupt dir; Doch dafs Menschen wir sind, hebe dich freudig empor!

t

8. Mit welchem Recht verdient Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg den Beinamen des Groſsen.(Prüfungsaufsatz.)

Heymach.

C. A: Literaturkunde: Lebensbilder Goethes und Schillers und ihrer berühmtesten Zeit- genossen. Lektüre: Aufsätze aus Muffs Lese- buch für Prima. Schillers Braut von Messina; die philosophischen Gedichte Schillers und Goethes; Kleists Prinz Friedrich von Homburg; Goethe, Aus meinem Leben, Egmont. Wiederholung der gelesenen Dramen Goethes und Schillers. Überblick über die Literatur des 19. Jahrhunderts. Vorträge über den Lesestoff und Verwandtes. Aufsätze. Münd- liche und schriftliche Dispositionsübungen.

Themata der Aufsätze.

1. Wie ergänzen sich in Goethes Kindheit, Begabung und Anregung?

2. Die in Lessings Laokoon in den Abschnitten 2 und 3 aufgestellten Regeln über die bildende Kunst, geprüft an einem Gemälde des städtischen Museums.

3. Haben wir ein Recht, den Sedantag als Nationalfceier zu begehen?(Klassenaufsatz.)

4. Wer hat in Goethes entsprechendem Gedichte recht, der Adler oder die Taube?

5. a. Inwiefern spiegelt sich der Sturm und

Drang in Goethes Egmont?

oder b. Freie Wahl des Themas.

6. Weshalb bedeuten Schillers Balladen einen Schatz für das deutsche Volk?(Klassen- aufsatz.)

7. Doch der Mensch(in ihrer Mitte)

Soll sich an den Menschen reihn, Und allein durch seine Sitte Kann er frei und mächtig sein.

8. Mit welchem Rechte verdient Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg den Beinamen des Groſsen?(Prüfungsaufsatz.)

Schmidt.

3. Lateinisch: 7 Stunden. Lektüre: 5 Stunden. a) poetische: C. A: Horaz' Oden III und IV. Ausgewählte Episteln. Auswendig gelernt wurden einige Oden und Sinnsprüche.

Lohr.

C. B: Horaz' Oden III und IV. Ausgewählte Episteln. Mehrere Oden und Sinnsprüche wurden memoriert. Lohr.