Aufsatz 
Die Schulfreundschaft
Entstehung
Einzelbild herunterladen

IV. Beigabe.

Mie Srhulfreundschaft.

Wenn wir, abermals angelangt an dem Abſchluß eines Schuljahres eine Anzahl unſerer Schüler von uns ſcheiden ſehen, die damit zugleich den Abſchluß erhalten haben in der Ausbildung zu ihrem künftigen Lebenswege, ſo pflegen wir bei dieſer Veranlaſſung gern auch eine Abrechnung zu ziehen und darzulegen, was giebt die Schule denſelben mit, welche Werthe und Summen nehmen ſie von uns hinweg als Anlagecapital ihrer ſpäteren Schickſale.

Wir halten uns für berechtigt, die dem ſcheidenden Schüler verliehene Ausſtattung nicht gering anzuſchlagen. Schon die bloßen Fertigkeiten, die er in langjährigem Schulbeſuch erworben hat, erſcheinen von hohem Werth. Wer fertig und geſchickt iſt im Leſen, Schreiben, Rechnen und Zeichnen, wer gewandt und beherzt iſt in den körperlichen Uebungen, beſitzt darin Hülfsmittel, die der beſte der amerikaniſchen Bürger Franklin für genügend erklärte zur Erreichung irdiſcher Wohlfarth. Indem wir aber den bloßen Fertigkeiten noch das Wiſſen in den Sprachen der erſten Culturvölker hinzufügen, ſo wie in den anwendungsreichen Geſetzen und Verrichtungen der höheren Mathematik und dem Schüler den Blick er⸗ öffnen in die Fülle naturwiſſenſchaftlicher Thatſachen, Kräfte und nutzbringender Methoden, ſteigern wir den Werth unſerer Mitgift bedeutend und wenn es uns gelungen iſt, durch den Herz und Geiſt bildenden Einfluß in Geſchichte und Literatur den Adel der Geſinnung in dem jungen Gemüth des Schülers zu begründen und ihn an der Hand der Religion darauf hinzuweiſen daß dem Menſchen bei ſeinen irdiſchen Sorgen, der Antheil geſichert iſt, an einem höheren, ewigen Reiche dann mögen wir wohl mit einiger Zuverſicht den jungen Pilger die Reiſe antreten ſehen in dem Wirrſaale des Lebens. Auch der minder Glückliche, der vielleicht nicht in Allem das geſteckte Ziel erreichte, ihm wird immerhin ein Pfund ver⸗ liehen ſein, mit dem er wuchern kann, und die Erfahrung hat gelehrt, daß in Manchem doch ſchlummernde Kräfte geweckt und verborgene Keime befruchtet worden ſind, die erſt ſpäter ſich entfalten und nutzbringend entwickeln.

Aber der Schüler, je mehr er in reiferem Alter die Schule verläßt, nimmt aus derſelben noch einen Gewinn mit, der im Verlauf der Jahre ſich angeſammelt und geſteigert hat, ganz unabhängig von der Arbeit und dem Antrieb des Lehrers eine Errungenſchaft, die wir weder in den Schulplänen,