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4. Chronik der Anſtalt. Imtliche Mittheilungen.
Durch hohes Dekret Großh. Oberſtudien⸗Direktion vom 13. Mai 1868 iſt der Zeichner und Lithograph Heinrich Lindenſchmit zum proviſoriſchen Zeichenlehrer an der Realſchule beſtellt worden, nachdem derſelbe am 11. Mai in ſein Lehramt eingewieſen worden war.
Durch hohes Dekret Großh. Oberſtudien⸗Direktion vom 13. Mai 1868 iſt der Elementarlehrer Johannes Krämer zum proviſoriſchen Lehrer an der Realſchule ernannt worden und iſt am 16. Mai in Wirkſamkeit getreten. 3
Durch hohes Dekret Großh. Oberſtudien⸗Direktion vom 12. November 1868 iſt der Reallehramts⸗Candidat Johannes Manefeld zum proviſoriſchen Lehrer an der Realſchule ernannt worden und hat derſelbe dieſe Stelle am 7. Dezember übernommen.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 11. November 1868 iſt der Großh. Reallehrer Eduard Würth in Mainz in gleicher Eigenſchaft an die Realſchule in Bingen verſetzt worden und iſt am 30. November aus ſeiner bisherigen Dienſtſtellung geſchieden.
Durch Allerhöchſtes Dekret vom 27. Januar 1869 iſt der Großh. Reallehrer Ernſt Ritſert in Offen⸗ bach in gleicher Eigenſchaft an die Realſchule zu Mainz verſetzt worden und am 13. Februar daſelbſt in Funktion getreten.
Juhresbericht.
Am 7. April des vorigen Jahres wurde nach vorhergegangener, mehrtägiger öffentlicher Prüfung das Schuljahr 1867/68 durch den feierlichen Act im Saale des Caſino zum Frankfurter Hof geſchloſſen unter allge⸗ meinſter Betheiligung der Angehörigen unſerer Schüler und der Freunde unſerer Schule.
Das Schuljahr 1868/69 wurde am 12. Mai 1868 mit 352 Schülern eröffnet und am erſten Sonntag der feierliche Gottesdienſt mit bezüglicher Predigt gehalten, welche in dankeswertheſter Weiſe der hochwürdige Herr Domkapitular und Regens Dr. Moufang übernommen hatte.
Unſere im vorjährigen Programm ausgeſprochene Erwartung, daß die Frequenz der Realſchule noch zunehmen werde, hat ſich beſtätigt. Mit den im Laufe des Schuljahres weiter zugegangenen 14 Schülern hat deren Geſammtzahl die Höhe von 368 erreicht. Unter dieſen Umſtänden hat es ſich vom günſtigſten Erfolg erwieſen, daß durch die Heranziehung einer weiteren Lehrkraft an die Realſchule es möglich geworden war, den Unterricht der Vierten Klaſſe in den wichtigſten Fächern in zwei Parallel⸗Abtheilungen zu ertheilen. Vorerſt ließ der Mangel einer Lokalität eine vollſtändige Trennung dieſer Klaſſe noch nicht zu.
Wir hegen die Zuverſicht, daß der Gemeinderath der Stadt Mainz, in reger Fürſorge für die wichtigſten Intereſſen ſeiner Mitbürger, die geeigneten Einrichtungen veranlaſſen wird, welche ſich durch die Erweiterung der Realſchule nothwendig erweiſen. Schon jetzt läßt ſich annehmen, daß demnächſt auch die Dritte Klaſſe eine Parallel⸗Abtheilung zu erfahren haben wird, ja wir müſſen im Hinblick auf die Verhältniſſe von Städten gleichen Ranges im Norddeutſchen Bunde den Gedanken ausſprechen, daß unſere Stadt einer Realſchule erſter Ordnung nicht minder würdig und bedürftig ſich erweiſt, als dies bei jenen der Fall iſt.
Haben doch bisher eine erhebliche Anzahl von Schülern unſere Anſtalt beſucht, welche durch ihre Berufs⸗ wahl genöthigt waren, nach deren Erledigung entweder durch weiteren Privatunterricht bei Lehrern derſelben, oder durch Beſuch der Vorklaſſen höherer Lehranſtalten, auf eine mit großen Opfern verknüpfte Weiſe zum Ein⸗ tritt in die Fachklaſſen der polytechniſchen Schulen, oder in den Poſt⸗ und Militärdienſt ſich vorzubereiten.
Von vierzig ſolcher Schüler, die wir namentlich anführen, als: Albeck, Ampt, Arnold, Barth, Barthel, Baum, Bleyle, v. Butlar, Diehl G., Diehl Ph., Fikowsky, Fürſt, Gaſtell F., Gaſtell J., Heim, Jahn, Ilg, Kalkhof, Kirſtein, v. Koblinsky, Kupferberg, Langgäſſer, Lothary, Ohaus, Palzow, Prickarts, Pricken, Ritſert, Römheld, Schäfer, Schard, Schmitt, Schnaß, Schröder, v. Strachwitz, v. Stückradt, Wendel, Weſthofen, Weyell, Wiegand, Winter und Zemann— haben ſich ungefähr zwei Drittel dem Ingenieurfach für Maſchinen⸗Weg⸗ oder Hochbau gewidmet; von den übrigen haben ſich die Mehrzahl für den Militärdienſt und einige für das Lehr⸗ und Poſtfach beſtimmt.


