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größere und kleinere Ausflüge gemacht. Die Schüler der erſten Klaſſe beſichtigten unter Führung des Direktors die Eiſengießerei des Herrn Römheld und die Glashütte bei Biebrich.
Am 31. Auguſt verſammelte ſich das Lehrerkolleg zu einem geſelligen Abendfeſte zu Ehren des Herrn Cämmerer, der, nachdem er unſerer Realſchule ſeit ihrer Gründung vor 30 Jahren als eifriger und gewiſſenhafter Lehrer und in letzter Zeit als Bibliothekar angehört hatte, nunmehr im Begriff ſtand, Mainz zu verlaſſen, um in Darmſtadt im Kreiſe der Seinen Tage ruhigen Familienglückes zu genießen, die ihm noch lange vergönnt ſein mögen.
In den Jahresberichten der hieſigen Handelskammer wurde wiederholt auf den Mangel einer Handelslehranſtalt in Mainz hingewieſen. Wir vermiſſen in dieſer Aeußerung zu unſerem Bedauern
„die gerechte Würdigung der Einrichtung und Leiſtungen unſerer Realſchule, die vornehmlich auf An⸗ regung der angeſehenſten hieſigen Kaufleute und zum Zweck der Vorbildung des Handel⸗ und Gewerb⸗ ſtandes ins Leben gerufen worden iſt. Nach unſerer langen Erfahrung im Unterrichtsweſen und genauer Kenntniß der mancherlei Handelslehranſtalten, dürfen wir die beſtimmteſte Verſicherung geben, daß der Bil⸗ dungsgang unſerer Schule in Gehalt und Umfang der kaufmänniſchen Vorbildung vollkommen genügt. Da wir die weitere Ausführung dieſes Gegenſtandes für unſeren Vortrag bei der Schlußfeier gewählt haben, ſo unterlaſſen wir hier die nähere Begründung des Geſagten. 1
Wir fühlen uns verpflichtet, darauf hinzuweiſen, daß in den letzten Jahren der Realſchule wieder ſehr bedeutende Mittel zugewendet worden ſind, theils zur Verbeſſerung und Verſchönerung ihrer inneren Einrichtung, theils zur Vermehrung ihrer Lehrmittel nach allen Richtungen, deren Aufzählung im Ein⸗ zelnen zu viel Raum erfordern würde und es dürfte nunmehr unſere Anſtalt an Vollſtändigkeit und Zweck⸗ mäßigkeit nicht leicht übertroffen werden.
Verſchweigen wollen wir nicht, daß die äußere Umgebung der Schule noch Einiges zu wünſchen übrig läßt, ſowie daß ſie noch immer einer Direktorswohnung und eines Feſtſaales entbehrt. Geben wir uns der Hoffnung hin, daß dieſelbe Fürſorge, die bisher der Anſtalt ſo förderlich ſich erwieſen hat, in nicht allzu langer Friſt auch dieſen Bedürfniſſen gerecht werde.


