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Die Umgestaltung der Unterrichtsräume für Physik im LudwigGeorgs-Gymnasium zu Darmstadt.
Von Oberlehrer Dr. Heinrich Schnell.
Im Sommer 1904 erfuhr unser physikalisches Institut eine Umgestaltung, die einer Neueinrichtung nahe kam. Diese Umänderung war nötig geworden, weil wir, um eine zweck- mässigere Einteilung zu erreichen, den seitherigen Lehrsaal mit dem Sammlungszimmer ver- tauschen wollten, und weil ausserdem die innere Einrichtung zum Teil einer gründlichen Erneuerung bedurfte. Insbesondere sollte die etwas vorsintflutlich gewordene Gasbeleuchtungs- anlage durch eine elektrische ersetzt und der Starkstromanschluss den neueren Sicherheits- vorschriften und dem Stand der modernen Installation gemäss ausgeführt werden.
Diese Gelegenheit wurde benutzt, die Starkstromanlage für Experimentierzwecke im ganzen neu zu verlegen und unter Anwendung des Nebenschlussprinzips zum Teil neu aufzu- bauen. Bekanntlich hat sich für diese Starkstromanlagen noch keine feste Norm heraus- gebildet. Wir glauben, mit unserer neuen Anlage einen Fortschritt gegen seither bekannt gewordene gemacht zu haben und in der Ausnutzung des Starkstromanschlusses für Experi- mentierzwecke der Grenze des überhaupt Erreichbaren sehr nahe gekommen zu sein. Diese Anlage soll daher im Folgenden besonders eingehend beschrieben werden. Auf grund einer anderthalbjährigen Erfahrung dürfen wir behaupten, dass sie sich vorzüglich bewährt hat. Wo sich nachträglich gezeigt hat, dass sich noch Verbesserungen anbringen lassen, soll dies bei der Beschreibung angegeben werden.
Durch die neue Einteilung gelang es uns, einen besonderen Arbeits- oder Vorberei- tungsraum, der uns vorher gefehlt hatte, herauszuschlagen. In diesem liessen wir den alten Experimentiertisch mit allen Einrichtungen und gaben dem neuen Lehrsaal eine vollständig neue Einrichtung, die auch im Folgenden beschrieben werden soll.
Einteilung und allgemeine Beschreibung der Unterrichtsräume.
Im ganzen steht uns ein Raum von rund 150 qm Bodenfläche für den physikalischen Unterricht zur Verfügung. Er umfasst drei Zimmer, wovon I(vergl. die Grundrissskizze Fig. 1) 8* 9,80 qm, II 8 7,50 qm und III 5* 2,50 qm Bodenfläche hat. Vor der Um- änderung diente I als Lehr-, II als Sammlungszimmer und III als Garderobe für die Schüler und Aufbewahrungsort für zwei kleine Schränke. Wenn man bedenkt, dass von Grimsehl
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