Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Höheren Bürgerschule und Großherzoglichen Realschule zu Oppenheim am Rhein von 1847-1897
Entstehung
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Nachdem im Laufe des Sommerſemeſters das neue Lehrerkollegium ſeine Schüler genauer kennen gelernt hatte, wurde am Ende des Semeſters eine Verſetzung vorgenommen und diejenigen Schüler der oberen Klaſſe beſtimmt, welche mit Beginn des neuen Schuljahres die neu zu er⸗ richtende II. Kl. bilden ſollten.

Das laufende Schuljahr begann am 5. Oktober 1877. Mit dem Beginn desſelben trat der Gymnaſial⸗ und Reallehramts⸗Acceſſiſt Dr. K. Baltz in das Lehrer⸗Kollegium ein, außerdem wurde der ſeitherige Hilfslehrer A. Minnich durch Verfügung Gr. Miniſteriums des Innern vom 9. Oktober definitiv als Lehrer an der Realſchule angeſtellt.

Am 17. Dec. 1877 beehrte Herr Oberſchulrat Becker unſere Anſtalt mit ſeinem Beſuche und wohnte dem Unterricht in den einzelnen Klaſſen bei.

An dem gleichen Tage inſpizierten die Herren Miniſterialrat Knorr und Geh. Oberbau⸗ rat Müller aus Darmſtadt die Lokalitäten unſeres ſeitherigen Schulgebäudes und überzeugten ſich von der Unzulänglichkeit desſelben für die Bedürfniſſe einer Realſchule. Es wurden deshalb Pläne für einen Neubau angefertigt, die indeſſen ſpäter wegen der hohen Summe des zur Aus⸗ führung erforderlichen Baukapitals wieder verworfen wurden, und es iſt hierauf in der Stadt⸗ verordnetenſitzung vom 26. Juni c. der Beſchluß gefaßt worden, die Räumlichkeiten des jetzigen ſtädtiſchen Hospitals zu Realſchulzwecken umzubauen, welcher Beſchluß wohl durch Gr. Regierung beſtätigt werden wird, da nach Inſpizierung des Hoſpitals durch die Herren Miniſterialrat Knorr und Geh. Oberbaurat Müller am 25. Juli c. dasſelbe zur Verwendung als Real⸗ ſchulgebäude für geeignet erklärt wurde. Hoffentlich kann in dieſem Herbſte noch zur Ausführung dieſes Beſchluſſes geſchritten werden.

Mit dem Beginn des nächſten Schuljahres wird aus Schülern unſerer jetzigen II. Klaſſe die noch fehlende I. Klaſſe der Realſchule gebildet werden, ſo daß im Herbſte des nächſten Jahres an unſerer Anſtalt zum erſtenmale die Berechtigung zum einjährigen Freiwilligendienſt wird er⸗ teilt werden können.

Dieſem Berichte des Herrn Kollegen Dr. Schön fügt der unterzeichnete jetzige Direktor folgende

überſicht über die Entwicklung der ſtaatlichen Anſtalt ſeit 1822

bei:

Direktor Dr. Schön wurde am 18. April 1877 von Herrn Oberſchulrat Greim den Vertretern der Stadt und der Schule vorgeſtellt und die Überführung derHöheren Bürgerſchule in eineRealſchule derart bewerkſtelligt, daß aus den Klaſſen der erſteren proviſoriſch die 4 unterſten Klaſſen(VI., V., IV. und III.) der Realſchule nebſt einer Vorſchulklaſſe gebildet wurden.

Wir geben nunmehr vorerſt eine kurze Darlegung über den weiteren inneren Ausbau der Anſtalt und ihreBerechtigungen, fügen daran das Verzeichnis der Lehrer ſeit 1877 ſowie der Beilagen zu den Programmen und ſchließen mit einem Verzeichnis der Schülerzahl von 1878 bis 1897 und der älteſten Schülerliſte.

Innerer Ausbau. Das jetzt noch benutzte Haus, das ſogenannteGroße Hoſpital⸗ Gebäude, das nach 1730 auf dem ſeit der Zerſtörung Oppenheims(1689) öde liegenden Tempelhausplatz anſtatt des früheren Hoſpitals zumHeiliggeiſt in der Rhein⸗(Haupt)⸗Straße erbaut worden iſt, wurde nach den nötigen baulichen Veränderungen am 28. Oct. 1878 bezogen, während bis dahin dasKleine Hoſpital⸗Gebäude benutzt worden war.

Mit Beginn des Winter⸗Halbjahres 1877/78 wurde die noch fehlende erſte Klaſſe errichtet und nach Ablauf des Winter⸗Halbjahres 1878/79 der Anfang des Schuljahres auf Oſtern verlegt.

Am 3. Juni 1879 wurde die bis dahin nur proviſoriſch mit der Realſchule verbundene Vorſchule definitiv mit ihr vereinigt und am Schluſſe des Schuljahres 1879/80 zum erſten Male (9) Schüler mit der Berechtigung zum Eintritt in den einjährig⸗freiwilligen Dienſt entlaſſen.