Aufsatz 
Beiträge zur Geschichte der Höheren Bürgerschule und Großherzoglichen Realschule zu Oppenheim am Rhein von 1847-1897
Entstehung
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nehmenden Schüler ſtattfindet, welche letztere ſich bis dorthin bei dem hieſigen Großh. Bürgermeiſter auf dem Gemeindehauſe dahier mit Einreichung ihrer Zeugniſſe zu melden haben.

Die Bedingungen zur Aufnahme in die untere Klaſſe ſind folgende: 1. Der Schüler ſoll das zehnte Jahr zurückgelegt haben. 2. Muß er fehlerfrei die deutſche und lateiniſche Druck⸗ und Kurrent⸗Schrift leſen, und das Geleſene gehörig auffaſſen können. 3. Muß er etwas ihm Vor⸗ dictirtes ziemlich orthographiſch in deutlicher, fließender Handſchrift niederſchreiben können. 4. Muß er einige Übung im Kopfrechnen beſitzen und die vier Species in benannten und unbenannten Zahlen verſtehen.

Oppenheim, im April 1848. Dr. L. Noack. J. Heitger. Der Großh. Bürgermeiſter: Dieterich.

Das Verzeichnis der Schüler aus dem erſten Schuljahr ſtellen wir an den Schluß unſerer Veröffentlichungen.

In dankbarer Erinnerung an die verdienſtvolle Thätigkeit des erſten Leiters der vom Staate übernommenenRealſchule, des jetzigen Direktors am Großh. Realgymnaſium und der damit verbundenen Realſchule zu Mainz, Dr. Friedrich Schön, entnehmen wir nunmehr ſeinem erſten Programme, aus September 1878, folgenden Bericht über die Entwicklung der Anſtalt von 184777.

Die Schule, beſtehend aus 2 Klaſſen mit je 2 Abteilungen, umfaßte Schüler von 1014 Jahren, welche durch 2 Lehrer, die Herren Dr. Noack und J. Heitger, unterrichtet wurden. Nur der Religionsunterricht wurde durch die Ortsgeiſtlichen, reſp. den iſrael. Religionslehrer erteilt.

Vom 18. Juni 1849 bis 18. Juni 1853 verwaltete Herr Dr. Kniſpel die 1. Lehrerſtelle. Auf ihn folgte am 18. Auguſt 1853 Dr. Buchner, der im folgenden Jahre zu Ende des Oktober ſchon wieder die Anſtalt verließ, nachdem am 31. Juli desſelben Jahres auch J. Heitger aus⸗ getreten war. Letzterer wurde erſetzt am 1. September 1854 durch Dr. Burger, erſterer am 13. November durch Dr. Möller.

Da aus den Jahren 1859 und 1860 keine Programme vorgefunden worden ſind, ſo können wir nicht angeben, wann die Herren Dr. Burger und Dr. Möller durch die im Programm von 1861 erwähnten Herren Dr. Willenbücher und Fritzmann erſetzt wurden.*)

Am 1. Jan. 1862 trat Dr. Wittmann für Dr. Willenbücher ein und wahrſchein⸗ lich bald darauf als 2. Lehrer Anton Krug für Fritzmann. Zu Oſtern 1865 trat an Krugs Stelle Ludwig Bilckerle, welcher dieſelbe bis zur Überführung der Höh. Bürger⸗ ſchule in eine Realſchule, alſo bis April 1877 bekleidete, und im Auguſt 1865 übernahm für Dr. Wittmann die erſte Lehrerſtelle Herr Dr. K. Oßwald, auf welchen mit Neujahr 1867 Dr. Henning und dann am 31. Auguſt 1868 G. Windhaus folgte.

Bis dahin war in der inneren Einrichtung der Anſtalt nichts geändert worden, auch die Schülerzahl war, wie ſich aus der weiter unten folgenden Zuſammenſtellung ergiebt, im ganzen ziemlich gleich geblieben..

Gleichzeitig mit dem 1. Lehrer und Dirigenten G. Windhaus begann ein dritter Lehrer ſeine Thätigkeit an der Höh. Bürgerſchule, die nun in 3 Klaſſen mit je 2 Abteilungen eingeteilt werden konnte.(Wie es ſcheint, waren ſchon früher jüngere als 10jährige Schüler aufgenommen worden und ſollte nun die 3. Klaſſe die Schüler im Alter von 810 Jahren umfaſſen.) Dieſer 3. Lehrer war der Schulamtsaſpirant Aug. Rücker, dem indeſſen ſchon am 16. Sept. 1869 der Schulamtsaſpirant A. Heiß folgte.

*) Dieſe Mitteilungen erläutert Dr. Möller(damals Direktor in Friedberg) wie folgt: L. H. C.! In Bezug auf einen Paſſus in der Chronik Ihres(geſtern angekommenen) Programms teile ich Ihnen mit: Dr. Burger iſt Anfang Juli 1858 nach Worms abgezogen. An ſeine Stelle kam zunächſt Dr. Schneider(der Landwirtſchafts⸗ lehrer jetzt in Worms iſt); ich erhielt mein Dekret nach Biedenkopf am 15. Oktober 1858, zog aber erſt Mitte December ab; für mich kam Dr. Willenbücher gleich. Schneider war noch eine kurze Zeit nach mir da(wie lange, weiß ich nicht mehr), dann erſt kam Fritzmann.