Aufsatz 
Die Chemie in ihrer gegenwärtigen Ausbildung und Wichtigkeit
Entstehung
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5) Bekanntſchaft mit den erſten Elementen der Geographie; 6) im Franzöſiſchen Kenntniß der Ausſprache und Uebung im Ueberſetzen von Nr. 125 in Ahn's 1. Curſus. Die Aufnahme neuer Schüler in die Vorbereitungsſchule findet den 22. Mai, Vormit⸗ tags zwiſchen 10 und 12 Uhr, im Realſchulgebäude Statt. MNiitwoch den 23. Mai, Vormittags 10 Uhr, feierliche Eröffnung des neuen Schuljahres; den Tag darauf, Morgens 8 Uhr, Anfang des Unterrichts.

Großherzogliche Direction der Realſchule zu Atzey: Dr. Winterſtein.

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Mie Ghemir

in ihrer gegenwärtigen Ausbildung und Wichtigkeit. (Vom Großh. Reallehrer 8 K. Schneider.)

Seit dem Beginn meiner hieſigen Lehrerwirkſamkeit, die zu Anfang des nun verfloſſenen Schul⸗ jahrs erfolgte, iſt, was ſchon ſeit geraumer Zeit von der Großherzoglichen Direction der Realſchule als Bedürfniß erkannt war, die Chemie in den Kreis der Lehrgegenſtände aufgenommen. Dieſer Umſtand macht es zur Pflicht, den Eltern der Zöglinge, ſowie den Freunden der Anſtalt hier die Ausbildung und die Wichtigkeit dieſes Unterrichtsgegenſtandes in ihrem geſchichtlichen Verlaufe, wenn auch kurz, doch möglichſt klar darzulegen.

Es iſt allgemein bekannt, daß, um mit einem Beiſpiele zu beginnen, das feſteſte Geſtein unter andauerndem Einfluſſe der Atmosphärilien mürbe wird, zerbröckelt und in Staub zerfällt; daß die Theile dieſes Staubes ſich in der Bodenfeuchtigkeit löſen und von den Pflanzen als Nah⸗ rungsmittel aufgenommen werden; daß die pflanzlichen Nahrungsmittel nach ihrem Eingange in den Organismus ihre vorherige Beſchaffenheit verlieren, indem ſie in einer Pflanzengattung Stärke, Zucker, Gummi, in einer andern mancherlei flüchtige und fette Oele, in wieder einer andern theils Gifte, theils Farbſtoffe u. ſ. w. erzeugen. Es iſt weiter bekannt, daß Stärke, bei gecigneter Tem⸗ peratur mit der Diaſtaſe des Malzes oder auch mit Schwefelſäure in geeigneter Weiſe zuſammen⸗ gebracht, ſich in Zucker verwandelt, der ſich in Weingeiſt und Kohlenſäure ſcheidet, ſobald er in paſſend temperirter Löſung mit einem Gährungserreger zuſammen kommt; daß der Moſt während der Gäh⸗ rung zu Wein wird, der ſich in Eſſig verwandelt, ſobald er dem Einfluſſe erwärmter atmosphäri⸗ ſcher Luft ausgeſetzt wird; daß Fleiſch, Milch, Blut, ſowie alle thieriſchen Stoffe, unter geeigneten Umſtänden ihre Geſtalt verlieren, indem ſie verfaulend oder verweſend Luftform annehmen; daß Holz, Oel, überhaupt die pflanzlichen Stoffe bei gewiſſer Temperatur unter dem Einfluſſe der Luft verbrennen und ganz oder doch zum größten Theile ſcheinbar unſerer ſinnlichen Wahrnehmung ent⸗