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I. Der Ausdruck bezeichnet eine durch die innere Empfindung am Subjekte hervorgebrachte Wirkung, einen Körperreflex, ein anderes mit dem Gefühle regelmässig verbundenes äusseres Zeichen oder Symptom der Empfindung, eine anschauliche Handlung, durch welche sich das
Gefühl regelmässig kundgab und bethätigte.
1. Veränderung der Gesichtsfarbe.
a) Erröten: Scham; got. gariudj ô f. Schamhaftigkeit; gariups schamhaft; Cic. de or. II. 59, 242: praestet idem ingenuitatem et ruborem suum, auch soll der Redner Seelenadel und Schamgefühl bewahren; dtsch. über etwas erröten= sich schämen Röte der Wangen: skr. râga m. Röte, Verlangen, Neigung, Liebe, Freude, Leidenschaft; anurâga m. Zuneigung; apardga m. Abneigung; virâga m. Verfärbung, Aufregung, Abneigung; adj. leidenschaftslos; vairâgya n. Entfärbung, Verdruss, Widerwillen; ràgin rot, leidenschaftlich verlangend; ràâgità f. Verlangen; rangana n. Entzücken; virakti f. Leidenschaftslosigkeit; ragas n. Leidenschaft zu Skr. rag-, rang-(ragyati, ragyate) rötet sich, färbt sich, wird aufgeregt, ist entzückt; anu- sich röten, entzückt sein, lieben; caus. röten, erfreuen, beglücken.
b) Erblassen: Angst; lat. pallor Blässe, Angst; palléère blass sein, sich ängstigen; vgl. ahd. falô fahl, falb.
c) Bleiartige Farbe: Neid; lat. livor bleiartige Farbe, Missgunst, Neid; livèôre blei- farbig, neidisch sein; lividus bleifarbig, missgünstig.
d) Grüngelbe Farbe: Zorn, Hass, Ekel; griech.„⁴οs Galle, Zorn; zπ Galle, Zorn, Hass, Ekel; xο⁴5 erzürne, mache gallicht, von einer Wurzel*zo¾., deren sinnlichere Bedeutung in 2MAoui Grün, Gras, ahd. gölo gelb vorliegt. Die grüngelbe Galle und die grüngelbe Gesichtsfarbe des Zornmütigen sind frühzeitig mit einander in ursächlichen Zusammenhang gebracht worden.
2. Verschiedene Arten des Blickes.
a) Funkelnde, glänzende Augen: Erregung, Zorn; Verlangen, Appetit; Lust, Freude. Skr. bhama m. Strahl; Heftigkeit, Grimm, Wut; bhaàmin glänzend, zornig; bhà mini eine schöne oder zornige Frau zu bhâ-(bhati) glänzt. Skr. tvish f. Strahl, Glanz, Erregung; tvèsha funkelnd; ungestüm, stark, zu tvish-(tvéêshati) funkelt, ist erregt. Zend thwyant er- schreckend heisst wohl nichts anderes als funkelnd, mit funkelnden Augen. Die funkelnden Augen setzen in Schrecken. Der Ausdruck bezeichnet also hier die Ursache der Empfindung; vgl. zend thwya f. Furcht, Schrecken; thwadësha m. Furcht, Schrecknis. Skr. ruki f. Licht, Glanz; Gefallen, Appetit, Lust; abhiruki f. Verlangen. Dtsch. Lust, lüstern; vgl. oben S. 14. Lat. gau, gau- dium Freude; gaudeo, gavisus freue mich; griech. yæic freue mich; ys9s n. Freude;„xνν- ual freue mich;„αleαα glänze, erfreue mich;„dνοs Glanz; vgl. lat. gemma aus*genma Edel- stein= Glanz, das Glänzende.
b) Anblicken: Achtung, Hochachtung, Bewunderung; dtsch. achten zu got. ahj an„ονεεαιιν; aha voõs von der idg. Wurzel ok- sehen in lat. oculus Auge; griech. GG Augen, bοmσηιασ habe gesehen. Acht ahd. ahta f.= Aufsicht z. B. in Acht nehmen. Achtung! als Kommando- wort= Auf- oder Anblicken. Beim Grusse bildet das Anblicken noch heute einen Teil des Aus- drucks der Hochachtung; verachten= vorbeisehen an(ver-= ãĩ; Verachtung; griech. Sνσαiœαo mirarentur zu dε‿σα⁴ betrachten, anstaunen. Dor αοωνμσάμ dazu æννα Wunder; Sævᷣ bewundere.
c) Von der Seite oder scheel anblicken: Neid; lat. invidêére beneiden; invidia Neid; invi- dus neidisch, Neider; lit. pa-vy das Neid; pavydéti neiden; ksl. za-vida Neid; zavideti neiden.


