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furt a. M. auf das ſorgfältigſte in 20 großen Glaskäſten, und zwar unentgeltlich, aufgeſpannt; die Vogelbälge ſind gegenwärtig noch in der Behandlung. Wir verfehlen nicht, an dieſer Stelle dem Herrn Saalmüller ſo wie den übrigen Herren, die an jenem Inſtitut beſchäftigt ſind, unſern aufrichtigen Dank auszuſprechen. Da die Räume des Gymnaſiums zu beſchränkt ſind, als daß die Samlung in demſelben Platz finden könnte, ſo entſtand große Verlegenheit, dieſelbe in angemeſſener Weiſe unterzubringen. Die von dem Stadtrat im ſogen.„alten Gymnaſium“ zur Verfügung ge⸗ ſtellten Zimmer erwieſen ſich viel zu klein; auch ſonſt war in der Stadt kein geeigneter Platz zu finden. Schließlich ſtellte der Herr Rektor des Kloſters der„barmherzigen Brüder“ in einem Neben⸗ gebäude des Kloſters ein ausreichendes Zimmer, das auch vom Gymnaſium nicht ſehr weit entfernt iſt, zur Verfugung. Hier iſt denn nun vorläufig die Samlung untergebracht. Dem Herrn Rektor ſprechen wir für dieſes Entgegenkommen unſern verbindlichen Dank aus. Zugleich mit den dem naturgeſchichtlichen Unterrichte dienenden Gegenſtänden hatte Herr Prof. Führer auch eine Bronze⸗ ſtatue des oſtindiſchen Propheten und Religionsſtifters Buddha geſandt. Die Statue iſt 36 cm hoch: der Prophet ſitzt mit dem Ausdruck freundlicher Heiterkeit in ſeiner Miene und mit unterge⸗ ſchlagenen Beinen auf einem von Lotosblättern gebildeten Size. Die Statue wurde 1887 in dem Kriege zwiſchen den Engländern und den Birmanen aus einem birmaniſchen Tempel entführt und hernach von Herrn Führer angekauft. Die Statue iſt der erſte Kunſtgegenſtand, der in den Be⸗ ſitz des Gymnaſiums gekommen iſt. Selbſtredend hat der Prophet bei den Naturerzeugniſſen ſeiner Heimat im Kloſter ſeinen Platz bekommen.
Der Herr Profeſſor Dr. Führer hat ſich durch dieſe reichen Schenkungen, wofür wir ihm den wärmſten Dank ſchulden, ein unvergängliches Verdienſt um das Gymnaſium erworben, dem er die Grundlage ſeiner Bildung verdankt.(Er verließ im Herbſt 1874 mit dem Zeugniß der Reife unſere Anſtalt, der er 6 Jahre lang, von 1868 an angehört hatte). Wenn endlich einmal der ſchon längſt gehegte Plan, das Gymnaſialgebäude durch den Aufbau eines dritten Stockwerks zu erweitern, zur Ausführung kommt, wird vorausſichtlich die„Führerſamlung“ in einem beſondern Zimmer auf⸗ geſtellt werden.
In einem ſpätern Programm ſoll ein Verzeichnis der ſyſtematiſch geordneten Schmetterling⸗ ſamlung mitgeteilt werden. Es erſcheint dies um ſo wünſchenswerther, als ſich darin verſchiedene Arten vorfinden, die anſcheinend früher in Deutſchland noch nicht geſehen worden ſind. Neue Sendungen ſind bereits in Ausſicht geſtellt.
Auch die Bibliothek hat wiederum in dieſem Jahre eine erhebliche Bereicherung erfahren. Herr Pfarrer Dr. F. A. Muth in Domkbach ſchenkte wiederum wie im vorigen Jahre derſelben eine ſtattliche Reihe von Büchern und Broſchüren, die vorzugsweiſe dem Gebiete der neuern ſchönen Litteratur angehören. Das Nähere ſiehe unter V.
Wir begrüßen ſolche erfreuliche Gaben an unſere junge Anſtalt mit erhebenden Gefühlen und ſagen in fröhlicher Erwartung: Vivant sequentes!
Am 13. März wurde in dem großen Rathausſaale eine Gedächtnisfeier für unſern lieben nun in Gott ruhenden Kaiſer Wilhelm gehalten. Die Anſprache an die Schüler hielt der Direktor, der mit einem Hoch auf S. Majeſtät Kaiſer Friedrich ſchloß.
In dieſem Jahre wurde zweimal eine Abiturientenprüfurg abgehalten; das mündliche Examen im Sommer 1887 fand am 11. Auguſt unter dem Vorſitz des Herrn Prov.⸗Schulrats Lahmeyer ſtatt; alle 4 Examinanden beſtanden. Das öſterliche Examen 1888 wurde am 8. und 9. März. abgehalten; da der Herr Provinzial⸗Schulrat am Erſcheinen verhindert war, ſo führte der Direktor gemäß Verfügung des Königl. Prov.⸗Schulkollegiums den Vorſitz. Alle 28 Oberprimaner erhielten das Zeugnis der Reife.


