Aufsatz 
Polykrates von Samos
Entstehung
Einzelbild herunterladen

41

schaft sicherer zu machen beabsichtigt zu haben ³⁵4). Ebendahin zielte, wenn man einer Notiz bei Athenäus ³s5) Glauben schenken darf, die Verbrennung und Zerstörung der öffentlichen Ring- schulen, die der Tyrann als Gegenbefestigungen gegen seine eigene Akropolis betrachtete. Denn ine den Ringschulen wurden einerseits die Körper gekräftigt und dadurch der Muth und das Selbstgefühl der Einzelnen gehoben, andererseits bildeten sich daselbst Vereinigungen, die leicht auch politische Zwecke verfolgen konnten.

11. Anhang.

Der Vollständigkeit wegen stelle ich noch kurz zusammen, was uns über die Verdienste, die sich Polykrates um Kunst und Wissenschaft, sowie um die Beförderung des materiellen Wohlstandes der von ihm beherrschten Insel erwarb, aus dem Alterthume überliefert ist.

Dass Polykrates zu den kunstsinnigen Tyrannen zu zählen ist, geht aus dem innigen Verkehr hervor, in dem er mit dem berühmten Dichter Anakreon von Teos stand. Selbst Zwischenfälle, wie der durch fihre beiderseitige Neigung zu dem schönen Smerdis herbei- geführte ³³⁶), konnten dem Freundschaftsverhältniss beider Männer nicht auf die Dauer Abbruch thun. Anakreon hielt sich längere Zeit hindurch an dem Hofe des Tyrannen auf und nahm in seinen Gedichten vielfach auf seinen hohen Gönner Bezug ³³7), Genauer die Zeit seines Auf- enthaltes auf Samos zu bestimmen, ist nicht möglich. Die Meisten nehmen übrigens an, dass der Dichter bis zum Tode des Polykrates daselbst verweilt habe ³ss). Er fand später eine ebenso ehrenvolle Aufnahme am Hofe der Pisistratiden in Athen, wohin ihn Hipparch durch einen eigens dazu nach Samos geschickten Fünfzigruderer abholen liess 332). Ob auch Ibykus von Rhegium zur Zeit des Polykrates auf Samos sich aufgehalten habe, ist, wie wir oben gesehen

I. I.). Auch einen Leukaspis und Megistes feiert Anacr. in seinen Gedichten(fr. 5. 39. 78 Bergk). Max. Tyr. XXXII, p. 439 sagt, dass Anakreon den Sinn des Polykr. sanfter gestimmt habe, indem er ihn durch seine Dichtungen für diese Knaben begeistert habe. ³³⁴) Plut. prov. Alex. I, 61 behauptet, dass die Samier durch ihre üppige Lebensweise unter die Knechtschaft der ſPerser gerathen seien, was Leutsch(C. p. gr. I, p. 331) auf die Unterwerfung der Insel durch Otanes(zu Gunsten des Syloson) bezieht(Herod. III, 139 149). 2²³5) Athen. XIII, p. 602 d. ³³³)§. A. 333. ³²7) Herod. III, 121; Pausan. I, 2, 3 Bekker; Strabo XIV, p. 638 Cas.; Aelian. v. h. IX, 4 init.; XII, 25 med.; Max. Tyr. XXXII p. 439; XXXV, p. 411 ed. maj. Davis.; Möbius, Anacr. proll. p. VIII; Bergk, Anacr. proll. p. 16. Vgl. auch Stob. flor. XCIII, 25. 38, T. III, p. 185. 190 ed. Teubn. ³³⁸s⁸) Möbius, Anacr. proll. p. VIII; Duncker, G. d. A. IV, p. 339. 520. Baehr, Lhardy, Abicht, Stein zu Herod. III, 121. ²¹e) Plato, Hipparch. p. 228 C(Aclian. v. h. VIII, 2). Clinton(f. h. ad a. 525) setzt das Factum ins J. 525, also einige Jahre vor den Tod des Pol. Nach Herod. III, 121 scheint es, dass A. bis zuletzt auf Samos verblieb; er wird wohl unter den Freunden gewesen sein, die dem Tyrannen von der

6