Die hebräiſchen Conditionalpartikeln.
Daß Kritik und Erklärung des Pentateuch in neuerer Zeit beſonders durch die For⸗ ſchungen des nun verſtorbenen Knobel erheblich gefördert worden ſeien, wird Niemand zu läugnen wagen, der einen Blick gethan in die wahre Fundgrube des Wiſſens, die ſich hinter dem einfachen Titel:„Kurzgefaßtes exegetiſches Handbuch zum A. T., 11. 12. und 13. Lie⸗ ferung“ verbirgt. Wer bei der Beſchäftigung mit dem genannten Abſchnitt der h. Schrift die rein grammatiſche Seite vorzugsweiſe ins Auge faßt, wird ſich auch nach dieſer Richtung hin durch die zahlreich eingeſtreuten Bemerkungen des genannten Gelehrten weſentlich unterſtützt ſehen. Der Verfaſſer vorliegender Abhandlung hat daher neben dem älteren Commentar von Maurer, der ſ. Z. zu einer ſtreng wiſſenſchaftlichen Erklärung die Bahn gebrochen hat, faſt ausſchließlich das Knobel'ſche Werk benutzt.
Es ſollen die hebräiſchen Conditionalpartikeln einer kurzen Betrachtung unterzogen werden. Zu dieſem Behufe ſind ſämmtliche Stellen des Pentateuch, an denen ſich hypothetiſche Satz⸗ verhältniſſe finden, aufgeſucht und überſichtlich gruppirt worden. Wäre dieſes Verfahren auch auf die übrigen Schriften des A. T. ausgedehnt worden, ſo würde dadurch vielleicht Manches in einem anderen Lichte ſich darſtellen. Indeſſen hat ſich dem Verfaſſer unter der Hand die Ueberzeugung mehr und mehr befeſtigt, daß auch auf dem beſchränkten Gebiete, das ihm vorlag, alle wichtigen Erſcheinungen, die ſich auf den in Rede ſtehenden Theil der hebräiſchen Syntax beziehen, wirklich vorkommen.
— 1. A᷑§.
Die allgemeinſte Conditionalpartikel iſt ZX. Gehen wir bei der Betrachtung vom Griechiſchen aus, ſo findet X ſeine Verwendung beim Ausdrucke aller Hauptformen des Bedingungsſatzes mit Ausnahme einer einzigen. Es bezeichnet nämlich ebenſowohl die reine Annahme(el c. opt.) als auch die Setzung mit Andeutung der Wirklichkeit(ex c. ind.) und mit Andeutung der Möglichkeit(eceν c. conj.). Dagegen iſt ſeine Verwendung unſtatthaft bei einer Setzung mit Andeutung der Unwirklichkeit(ex c. ind. imperf. et aor.). Unrichtig iſt, was noch in der neueſten Ausgabe der Geſenius⸗Rödiger'ſchen Grammatik S. 306 gelehrt wird, daß Na« überall gebraucht werden könne, wo. o ſtatt habe, aber nicht umge⸗ kehrt. Vielmehr werden beide Partikeln ſtets ſtreng auseinander gehalten,
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