Aufsatz 
De Friderico Taubmanno adolescente
Entstehung
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gänzlich ausgefallen waren, wurden in dieſem Jahre kurz nach Pfingſten wieder aufgenommen, nachdem der Collaborator Krebs ſich zur Leitung derſelben bereit erklärt hatte, und der Turn⸗ platz ſowie die Geräthe ſoweit hergerichtet waren, daß der Unterricht beginnen konnte. Dieſer wird aber erſt dann von dem rechten Erfolge begleitet ſein, wenn der Trnlas Angefgiebigt wird und überhaupt die zweckentſprechende Einrichtung erhält.

Waͤhrend des heißen Sommers wurde an dem für das Gymnaſium beſtimmten Badeplaße viel gebadet und daneben Schwimmunterricht von dem Gymnaſialpedellen Keßler ertheilt. Baden und Schwimmen dürfen nur in den von der Direktion feſtgeſetzten resp. genehmigten Stunden vorgenommen werden, und ſind die Schüler der Ober⸗ und Unterklaſſen der Zeit nach beim Baden getrennt. Mit Aufrechthaltung der Badeordnung iſt zunächſt der Gymnaſialpedell beauftragt; außerdem findet ſich aber auch immer in den für das Baden beſtimmten Stunden einer der Lehrer auf dem Badeplatze ein..

C. Aeſthetiſche Bildung.

Was im vorjährigen Programme über dieſen Gegenſtand geſagt worden iſt, das gilt mit Ausnahme der Bemerkung über den Ausfall der Gymnaſtik auch für das abgelaufene Schul⸗ jahr. Eine kleinere Stadt wird ſich bezüglich der äſthetiſchen Bildung gegen eine größere immer im Nachtheile befinden. Uebrigens wurde den Gymnaſialſchülern der Beſuch der von dem hieſigen Geſangverein gegebenen Concerte, ſowie anderer bildenden Kunſtproduktionen geſtattet, und einzelne Schüler der Oberklaſſen durften ſich auch einige Male bei Bällen und Tanzbe⸗ luſtigungen betheiligen. Von den Schulfeierlichkeiten, durch welche die Anſtalt mit den ihr zu Gebote ſtehenden Mitteln auf Geſchmacksbildung zu wirken ſucht, mußte das ſeither übliche Weihnachtsconcert wegen der Trauer um den verſtorbenen Direktor ausfallen. Aus demſelben Grunde kam auch ein Curſus für Tanzunterricht im letzten Winter nicht zu Stande. Zum Privatunterricht in der Muſik iſt ausreichende Gelegenheit geboten, wiewohl dieſelbe in dieſem Jahre nicht in der wünſchenswerthen Ausdehnung benutzt worden iſt.

D. Disciplin.

Im ganzen Schuljahre iſt auch nicht ein einziger Disciplinarfall von Erheblichkeit vorge⸗ kommen, und muß dieſe erfreuliche Erſcheinung hauptſächlich den verſchiedenen Anordnungen zugeſchrieben werden, welche darauf berechnet ſind, die Anläſſe zu Geſetzwidrigkeiten zu beſeitigen. Was im vorjährigen Programme über Quartierbeſuche, rechtzeitiges Eintreffen der Lehrer vor dem Beginne des Unterrichts, Anweſenheit eines Lehrers auf den Gängen während der Pauſen ꝛc. bemerkt worden iſt, das hat ſich auch in dieſem Jahre zur Grhaltung der Disciplin in und außer der Schule beſonders dienlich erwieſen.

E. Phyſiſches Wohl.

Von der Krankheit des Direktors und deren unglücklichem Ausgange iſt ſchon oben die Rede geweſen. Im Uebrigen beſchränkten ſich die Krankheitsfälle bei Lehrern und Schülern auf die gewöhnlichen. Nur ein Secundaner der oberen Abtheilung hat den ganzen Winter hindurch die Schule nicht beſuchen können, und ein Primaner, der ſeit Neujahr beurlaubt war. ſich aber zur Betheiligung an der Maturitätsprüfung wieder eingeſtellt hatte, iſt nach Beendigung des ſchriftlichen Theiles derſelben am 9. Februar wieder zur Herſtellung ſeiner Geſundheit beurlaubt worden.