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Herr Professor Dr. Adelmann zu Dorpat der Gymnasialbibliothek eine Sammlung wissenschaftlicher Abhandlungen und akademischer Schriften, für welche willkommene Gabe wir hier unseren verbindlichsten Dank abzustatten nicht verfehlen.
Die Geschäfte des Bibliothekars und die Aufsicht über den Apparat für den geographischen Unterricht besorgte der Gymnasiallehrer Dr. Weismann, die Aufsicht über das physicalische Cabinet, die Naturalien- sammlungen und die übrigen Lehrmittel für den naturwissenschaftlichen Unterricht der Gymnasiallehrer
Dr. Gies.
5. Stipendien und Beneficien.
Das Staatsstipendium im Gesammtbetrage von 75 Gulden wurde zu je 25 Gulden den Oberprimanern Jacob Erd und Hieronymus Kress und dem Unterprimaner Peter Henkel; von dem Och'schen Stipendium im Gesammtbetrage von 89 Gulden 9 Kreuzern und 2 Hellern wurden den Obersecundanern Johann Füller, Franz Reinhardt und Philipp Schüssler, den Untersecundanern Theodor Henkel und Joseph Oswald, den Untertertianern Johann Ney und Constantin Walter sowie dem Quarianer Johann Modest je 10 Gulden, dem Quintaner Georg Hartmann 9 Gulden 9 Kreuzer 2 Heller; von dem Habersack'schen Stipendium im Gesammtbetrage von 21 Gulden den Unterprimanern Franz Trapp und August Waldner je 10 Gulden 30 Kreuzer zuerkannt.
Durch die Gnade Kurfürstlichen Ministeriums erfreuten sich 7 dürftige und würdige Schüler der Wohlthat des freien Unterrichts und 13 anderen wurde von der Verwaltungscommission des Gymnasiums das Schulgeld erlassen. Ueberdies wurden den armen Schülern die erforderlichen Schulbücher aus der zu diesem Zwecke bestimmten, durch die Fürsorge der hohen vorgesetzten Behörde aufs vollständigste ausge- statteten Bibliothek des Gymmasiums leihweise zum Gebrauch übergeben. Viele Einwohner der Stadt Fulda bekundeten auch in dem verflossenen Schuljahre wieder durch Gewährung von Freitischen und an- deren Unterstützungen an arme Schüler des Gymnasiums ihre so oft bewiesene menschenfreundliche Ge- sinnung, wofür ihnen die Anstalt zu dem wärmsten Danke verpflichtet ist.
Das hiesige Gymnasium besitzt, wie aus dem oben Angeführten erhellt, im Vergleiche mit anderen Anstalten, nur einen sehr unbeträchtlichen Stipendienfonds, aus welchem verhältnissmässig nur wenigen Schü- lern und auch diesen nur unzureichende Unterstützungen gewährt werden können. Im verflossenen Schul- jahre ist indessen der Anstalt das grosse Glück zu Theil geworden, einen Weg angebahnt zu sehen, auf welchem, wenn Gott dem begonnenen Werke ferner seinen Segen verleiht, in künftigen Jahren die Lage unserer hülfsbedürftigen Schüler wesentlich verbessert werden wird. Es haben sich nämlich fünf edelgesinnte Männer, welche seit vielen Jahren das hiesige Gymnasium durch die aufrichtigste und wohlwollendste Theil- nahme erfreut haben, die Herrn Domcapitular und Stadtpfarrer Hohmann, in welchem die Anstalt über- dies einen ihrer vormaligen verdienten Lehrer dankbar verehrt, Rentmeister Krisch, Hofapotheker Rull- mann, Medicinalrath Dr. Wiegand und Ober-Consistorialrath Dr. Wiss, zu dem schönen Entschlusse vereinigt, in Erneuerung einer frommen Sitte, welche vor Zeiten in hiesiger Stadt bestanden hat, jähr- lich einmal und zwar zur Zeit der Stipendienvertheilung am hiesigen Gymnasium, welche im November jedes Jahres, am Tage nach dem kirchlichen Dankfeste, stattfindet, an wohlthätige Menschenfreunde die Bitte um Darreichung kleiner Geldbeiträge zu richten und den Ertrag dieser Sammlung der Gymnasial-


