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gütung von 25 Thalern beauftragt wurde. Da jedoch derselbe von einer längeren Krankheit noch nicht völlig wiedergenesen und daher ausser Stande war, sogleich bei dem Gymnasium in Thätigkeit zu treten, so wurde ihm auf seinen Wunsch bis zum Schlusse der Weihnachtsferien Urlaub ertheilt. Inzwischen dauerten die oben angegebenen Vertretungen bis zum Beginne der gedachten Ferien fort und nach Ablauf derselben wurde am 4. Januar der beauftragte Lehrer Dr. Gross von dem Director, welcher demselben das Ordi- nariat der Secunda und den ganzen von dem Gymnasiallehrer Dr. Volckmar früher besorgten Unterricht zugetheilt hatte, in seine Functionen bei der Anstalt eingeführt.
22. Im December schied der Herr Geheime Justizrath Rang, in Folge seiner Ernennung zum Vorstande des Criminalsenats hiesigen Obergerichts, aus der amtlichen Stellung zum Gymnasium aus, welche er unge- fähr zwei Jahre als Mitglied der Verwaltungscommission eingenommen hatte. Der Unterzeichnete fühlt sich dem vormaligen Herrn Verwaltungscommissar für die umsichtige, unverdrossene und wohlwollende Fürsorge, welche derselbe den Interessen der Anstalt gewidmet sowie für die freundliche Theilnahme, welche er der- selben auch über das gedachte amtliche Verhältniss hinaus bewiesen hat, zu besonderem Danke verpflichtet.
23. Durch Allerhöchste Entschliessung vom 6. Januar, mitgetheilt durch Ministerialbeschluss vom 8. Januar, wurde der Herr Regierungsassessor König hieselbst zum Mitgliede der Verwaltungscommission des Gymnasiums allergnädigst bestellt.
24. Am 4. Februar wurde das Andenken an Hrabanus Maurus, den verdienstvollen Vorsteher der Klosterschule Fulda und Begründer des deutschen Schulwesens, in herkömmlicher Weise durch vier- stimmige Gesänge, Vorträge und Declamationsübungen der Schüler gefeiert. Bei dieser öffentlichen Schul- feierlichkeit behandelte der Unterprimaner Carl Giller in lateinischer Sprache das Thema:„»Laudes O. Fabi Maximi“; deutsche Reden hielten der Unterprimaner Peter Henkel über das Thema:„Inwiefern kann die Geschichte auch für das jugendliche Alter eine Lehrerin des Lebens werden?“ und der Ober- primaner Hieronymus Kress über Goelhe's Ausspruch:
„Die Stätte, die ein guter Mensch betrat,
Ist eingeweiht; nach hundert Jahren klingt
Sein Wort und seine That dem Enkel wieder.“ Die Schüler, welche Gedichte vortrugen, waren: die Obersecundaner Carl Braun nnd Jacob Schim- melpfeng, die Obertertianer Victor Jahn und Carl Prehler, die Quartaner Carl Hartdegen und Oscar Schéer, die Quintaner Franz Knorz und Carl Uth, die Sextaner Chrysostomus Gut- berlet und August Jacobi.
25. Durch Beschluss Kurfürstlichen Ministeriums vom 16. Februar wurde dem Gymnasialzeichenlehrer Binder, welcher für die Leitung der Turnübungen während des Sommersemesters eine Vergütung von 60 Thalern bezogen hatte, für die Leitung dieser Uebungen während des Wintersemesters eine weitere
Vergütung von 40 Thalern verwilligt.


