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auf der Erfahrung; ein solcher Begriff ist aber schon deshalb undenkbar, weil man grade die Bedingtheit fallen lassen soll, während doch das Sein jedes Dinges erst dann erkannt ist, wenn man die Bedingtheit desselben erkannt hat.—
Hiergegen lässt sich jedoch einwenden: Wenn es auch richtig ist, dass wir bei dem Begriff des Absoluten von der Erfahrung abstrahiren, so hat Kant in Vorstehendem doch noch nicht die Frage beantwortet, ob dieser Begriff nicht etwa ein nothwendiges Postulat des empirisch Gegebenen und somit, mehr als ein reiner Vernunftbegriff sci. Diese Frage findet ihre Beantwortung durch die Untersuchung, ob es möglich ist, die Existenz Gottes auf kosmologischem Wege als nothwendig zu erkennen.
Nach dem Gesetz der Causalität, welches der gesammten Erfahrungswelt zu Grunde liegt, muss dieselbe ihr entsprechende d. h. ihr Dasein bedingende Ursachen haben. Hierbei ist eine doppelte Möglichkeit vorhanden. Die Verkettung von Ursache und Wirkung kann eine endliche oder eine unendliche sein.
Setzen wir die erste Möglichkeit, so gäbe es eine End- ursache, welcher das Prädikat der Aseität zukäme. Diese absolute Endursache müsste den Erklärungsgrund für alle be- dingten Existenzen abgeben und selbst, da ihr Sein unbedingt, ist, die höchste Vollkommenheit also auch die höchste geistige Aktualität besitzen. In diesem Falle wäre die Existenz Gottes nothwendiges Postulat des empirisch Gegebenen, und nur in so weit dürfte man von einer Undenkbarkeit des Gottesbegriffs reden, als die Erhabenheit seiner Qualitäten von unsrem be- dingten Denken nicht erfasst werden kann.
Die Verkettung von Ursache und Wirkung kann indessen auch eine unendliche sein, in diesem Falle gäbe es keine End- ursache, und der Gottesbegriff wäre nur ein reiner Vernunft-


