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Derbevorstehende 400. Geburtstag des bedeutendsten hessischen Landgrafen, Philipps des Grofsmütigen, legte den Gedanken nahe, die hervorragende Tätigkeit dieses Fürsten auf dem Schulgebiete zur klaren Anschauung zu bringen. Es fand sich dazu in Herrn Oberlehrer Dr. M. G. Schmidt in Marburg ein sehr geeigneter Bearbeiter. Da jedoch bis zur gebrauchsfähigen Ordnung der Akten aus der Zeit des Landgrafen Philipp auf dem hiesigen Archive noch eine Reihe von Jahren vergehen wird, so erschien es angebracht, den ursprünglich geplanten Titel der folgenden Arbeit:„Die Reform des Schulwesens durch Philipp den Grols— mütigen“ in den jetzt gewählten abzuändern. Mit grolsem Fleilse und guter Sachkenntnis ist nun in der Abhandlung eine eingehende Darstellung des Schulwesens zur Zeit des groſsen Fürsten und sein eigenes Wirken auf diesem Gebiete nach allen bisher zu— gängigen Quellen geboten.
Hiermit tritt die Gruppe Hessen-Nassau-Waldeck zum ersten Male in den„Texten und Forschungen“ auf. Wir hoffen, daſs nunmehr die schriftstellerischen Leistungen derselben immer reger werden, dals auch die Schulordnungen der einzelnen das Gebiet bildenden Landesteile bald für die Monumenta Germaniae Paeda- gogica bearbeitet werden mõgen; diejenigen von der ehemaligen freien Reichsstadt Frankfurt sind von Otto Liermann in Frank- furt, diejenigen des ehemaligen Herzogtums Nassau von Dr. Christian Spielmann in Wiesbaden in Angriff genommen.
Marburg a. d. Lahn, im Juni 1904.
Ober-Realschuldirektor Dr. Karl Knabe, Vorsitzender der Gruppe Hessen-Nassau-Waldeck.


