Aufsatz 
Der Unterschied zwischen dem Richtungswinkel (Azimut) und Stundenwinkel eines Sterns in seiner Abhängigkeit von dem Stundenwinkel und der Deklination des Sterns und von der Polhöhe betrachtet. Beiträge zur mathematischen Geographie : 2. Teil. Die Zeitgleichung
Entstehung
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Figur 1 stellt die Himmelskugel ohne Beziehung zum Horizont dar. PPi ist die Drehungs- oder Weltachse, P der Nordpol, Pi der Südpol. Der Kreis AECF bezeichnet den Himmelsäquator, der an demselben angebrachte Pfeil deutet an, in welchem Sinne die tägliche Drehung der Himmelskugel um die Weltachse stattfindet. A BCD ist die Sonnen- bahn oder Ekliptik, auf der sich die Sonne im Ver- laufe eines Jahres in dem durch die alphabetische Reihenfolge der Buchstaben bestimmten Sinne durch die bekannten 12 Sternbilder des Tierkreises zu be- wegen scheint.

Der Sinn dieser Bewegung ist also dem der täg- lichen Drehung der Himmelskugel gerade entgegen- gesetzt, so dass die Sonne innerhalb eines Jahres

Fig. 1. einen Umlauf weniger um die Weltachse macht, als

die Himmelskugel. Die Sonne steht am 21. März

bei Frühlingsanfang im Punkte A, der deshalb auch Frühlingspunkt genannt wird, am 21. Juni in B, am 23. September in C und am 21. Dezember in D.

Bekanntlich wird die Lage eines Orts auf der Erde durch seine geographische Breite und Länge bestimmt. Die geographische Breite eines Orts ist sein Bogenabstand vom Xquator, die geographische Länge der Winkel zwischen dem Meridian des Orts und dem Meridian von Greenwich oder auch die Gradzahl des Bogens auf dem Aquator zwischen beiden Meridianen.

Ebenso wird die Lage eines Sternes S an der Himmelskugel gogen den Himmelsäquator oder gegen die Ekliptik bestimmt. Im ersten Falle denkt man sich durch den Pol P und den Stern S den sogenannten Deklinations- oder Stundenkreis des Sterns PSG gezogen, dann ist GS der Bogenabstand des Sterns vom Xquator oder seine Deklination 6, während AG, der Xquator- bogen zwischen dem Frühlingspunkt und dem Fusspunkt des. Stundenkreises, die Rektascension des Sterns genannt wird..

Soll die Lage des Sterns S gegen die Ekliptik angegeben werden, so denkt man sich durch ihn und die Pole der Ekliptik Q und i(d. h. diejenigen Punkte, die von ihr die Entfernung 90°haben) den Kreis QSH gezogen, dann ist HS der Bogenabstand des Sterns von der Ekliptik oder seine Breite b und der Bogen AH auf der Pkliptik seine Länge J.

Rektascension und Länge werden also beide von demselben Nullpunkte, dem Frühlingspunkt aus gerechnet und zwar positiv in dem Sinne der jährlichen Bewegung der Sonne. Demnach ist die Länge der Sonne am 21. März gleich 0,, am 21. Juni 90° u. s. w. und dasselbe gilt von ihrer Rektascension.

Wenn der Frühlingspunkt A bei der Drehung des Himmels durch den Meridian des Be- obachtungsortes geht oder kulminiert, so beginnt ein neuer Sterntag und es ist 0hb Sternzeit. Hat sich der Himmel um den 24. Teil von 360°, also um 15° weitergedreht, so ist es 1h Stern- zeit u. s. w. Nun versteht man unter dem Stundenwinkel eines Sterns in irgend einem Zeitpunkt den Winkel, um den sich der Himmel seit der Kulmination des Sterns gedreht hat, also den Winkel, den der Stundenkreis des Sterns am Himmelspole P mit dem Meridian des Beobachters bildet. Da man die Stundenwinkel gewöhnlich nicht im Winkelmass, sondern im Zeitmass aus- drückt, indem man den vollen Kreis statt in 360°in 24 einteilt(15%= 1 h), so kann man