Wegen allzugrosser Hitze musste der Unterricht in der vorgeschriebenen Zeit am 2. 3. 4. 29. 30 Juni und am 2. Juli ausgesetzt werden.
Zu körperlicher Bewegung bietet die schöne, waldreiche Umgebung Laubachs ausreichend Gelegenheit. Das Lawn-Tennis-, Fussball- und Turnspiel, sowie der Eislauf wurden eifrigst gepflegt.
6. Lehrmittel u. a. Da die erste Anzahlung für den Ankauf eines bis dahin noch nicht vorhandenen Flügels einen beträchtlichen Teil der verfügbaren Mittel in Anspruch nahm, so konnten die Lehrmittel leider nur durch einige Wandkarten und vierzig Paare Hanteln vermehrt werden. Die Bibliothek und physikalische Sammlung wurden entsprechend den vorhandenen Mitteln erweitert.
7. Gebäulichkeiten. Infolge des opferwilligen Entgegenkommens der städtischen Behörde konnten die Vorplätze und Klassenzimmer im Vorder- und Mittelbau, die ersteren nach der Zeichnung des Herrn Weissbindermeisters Desch, geschmackvoll erneuert werden. Ebenso wurde der bei Regenwetter bis dahin grundlose Schulhof durch die Auffuhr von Laurenburger Kies in einen brauchbaren Zustand versetzt. Den städtischen Behörden, die bereits im vorigen Jahre durch die Errichtung eines Neubaues sehr nahmhafte Opfer gebracht hatten, für diese erneuten Beweise des Verständnisses für die weitere Entwicklung unserer Anstalt den wärmsten Dank auszusprechen, ist dem Unterzeichneten eine angenehme Pflicht.
Die Vorplätze wurden mit den Büsten Sr. Kgl. Hoheit des Grossherzogs, I. M. des Kaisers Wilhelm I. u. II., die Klassenzimmer der Ia weiterhin mit den Büsten des Hermes u. Eros, und das der Ib(Zeichensaal) mit denen von Apollo, Diana, Beethoven, Mozart, Goethe, Schiller, Bismarck u. Moltke geschmückt.(s. folg. Abschnitt.)
8. Geschenke. Die Anstalt empfing im Schuljahre 1897/98 folgende Geschenke: Von Grossh. Ministerium des Innern, Abt. f. Schulangl.: Walther Schulze, die fränkischen Gaugrafschaften Rheinbayerns, Rheinhessens, Starken- burgs und des Königreichs Württemberg, Berlin 1897; von der Grossh. Centralstelle für die Landesstatistik deren Mitteilungen und Beiträge zur Statistik, Darmstadt 1897; von Herrn Dr. Wetzell: eine Büste Mozarts mit Konsole; von Herrn Hofapotheker Rossbach: 8 geschmackvolle Thürschilder; von den Abiturienten Ostern 1897 Beyer, Mickel, Wagner, Wahlmann je 5 Mk, Schellmann 15 Mk, Trautuwein 10 Mk; von den Abiturienten Herbst 1897 Andrée 8 Mk, Katz, Keil, Sommerlad, Wortmann, Zisseler je 5 Mk; von den Abiturienten Brodmeier, Frane, Spengler, Ursprung, Wahl je 5 Mk, Lehmann 4 Mk, Hirt 15 Mk, vom Hafe 10 Mk., Sartorius 20 Mk,*) Saame 15 Mk für ein Bunsensches Stativ; von K. Zisseler(la): einen von ihm selbst sehr sauber angefertigten Elektromotor; von M. vom Hofe(Ia): 4 Gaislersche Röhren; von W. Rausch(IIa) und K. Seite(IIb): einige Mineralien; von W. Emmelius(IIIb): eine gemeine Eidechse in Spiritus; von Friedr. Schmidt(N): eine grössere Sammlung verschiedener Holzarten im Längs- und Querschnitt; von einigen Verlagsbuchhandlungen: Schulbücher ihres Verlages.
Herr Dr. Wetzell malte ein solms-laubachisches Wappen und zwei Kronen zur Ausschmückung des Zeichen- saales; IH. Lehr(Ib) zeichnete eine sehr hübsche Karte von Syrakus, M. Petersen(IIIb) eine solche von Gallien und fertigte das Modell eines gallischen Streitwagens.
Wir sagen den gütigen Gebern auch an dieser Stelle unsern verbindlichsten Dank.
Das warme Interesse, das Herr Direktor Dr. Georg Windhaus während seines Lebens der von ihm geleiteten Anstalt alle Zeit bewies, bethätigte auch dessen Gemahlin E. Windhaus geb. Riedlinger zu Darmstadt, indem sie, dem Wunsche Ihres verstorbenen Gatten nachkommend, durch eine am 6. Mai 1897 vollzogene Stiftungsurkunde dessen ganze reichhaltige Bibliothek nebst der 410 Stück umfassenden Münzsammlung dem Gymnasium vermachte. Dazu kommen weiter drei Bücherregale, ein Stehpult, ein eichenes wertvolles Münzschränkchen, zwei kleine Büsten mit Konsolen und ein Maximal- und Minimalthermometer. Das Lehrerkollegium hat Frau Direktor Dr. Windhaus seinen wärmsten Danke für ihre pietätvolle Gesinnung in einer Adresse bereits ausgedrückt, allein es drängt den Unter- zeichneten, für diesen Akt der Hochherzigkeit auch noch an dieser Stelle zu danken.
Mit der Ordnung der Münzsammlung ist der Stiftungsurkunde gemäss Herr Dr. Roeschen betraut. Bei der Anlage eines Zettelkatalogs halfen mit grossem Eifer die Unterprimaner O. Hotz und G. Wessel, denen hier nochmals für ihre Bemühung gedankt sei.
*) Aus dem Geschenke sämtlicher Abiturſenten wurden die oben angeführten Büsten mit Ausnahme der ersten und dritten angekauft,


