— 27—
c. Die Abiturienten.
Die mit* bezeichneten Abiturienten waren ganz, die mit** bezeichneten teilweise von der mündlichen
Prüfung befreit.
Herbst 1897. 3.**Hirt. Alexander— Rechtswissenschaft. 4. vom Hofe, Max— Militär.
1. Andrée, Karl— Heilkunde. 5.*Lehmann, Theodor— kl. Philologie. 2.*Katz, Heinrich— Chemie. 6.**Saame, Otto— Chemie und Naturwissenschaft. 3. Keil, Karl— Rechtswissenschaft. 7.*Sartorius, Richard— Geographie. 4. Schreck, Valentin— Heilkunde. 3 8.*Spengler, Friedrich— Forstwissenschaft. 5.*·Sommerlad, Karl— Heilkunde. 9.**Taufkirch, Hans— Militär. 6.*rWortmann, Wilhelm— Landwirtschaft. 10.*-Ursprung, Karl— Heilkunde.
Ostern 1898 11. Wahl, Franz— Kameralwissenschaft. 1.* Brodmeier, Caecil— Theol. u. neuere Sprachen. 2. Franz, Richard— Theologie.
IV. Zur Geschichte der Anstalt.
1. Personalangelegenheiten. Am 28. April wurde der Unterzeichnete,*) der an Stelle des um die Entwicklung der Anstalt hochverdienten Direktors Dr. G. Windhaus(Nachruf s. vor. Jahresb.) zur Leitung des Gymnasiums berufen war, in dem festlich geschmückten Saale des Solmser Hofes in Gegenwart einer grossen Anzahl geladener Gäste durch Herrn Geh. Oberschulrat Soldan in sein Amt eingewiesen.
Während der Krankheit und nach dem Tode des Direktors Dr. Windhaus führte Herr Professor Dr. Mohr mit Gewissenhaftigkeit und Umsicht die Amtsgeschäfte. Ihm sei auch an dieser Stelle der wärmste Dank ausge- sprochen.
Durch Verfügung Grossh. Ministeriums des Innern, Abt. für Schulangelegenheiten, vom 22. April 1897 wurde Herrn Lehramtsassessor Dr. K. Schmidt*) die provisorische Verwaltung einer Lehrerstelle mit Wirkung vom 26. April an übertragen.
2. Der Unterricht. Das Schuljahr begann am 27. April mit der Prüfung der neu angemeldeten Schüler, der Unterricht am 29. April. Infolge der starken Schülerzahl der bisher vereinigten Prima wurde eine Trennung dieser Klasse notwendig. Dank dem Entgegenkommen der vorgesetzten Behörde wurde es durch die Zuweisung des Herrn Dr. Schmidt und die Selbstlosigkeit der Herren Pfarrer Nebel und Volp, die wöchentlich je zwei Stunden ohne Entgelt erteilten, möglich, nicht blos die Prima, sondern auch die bisher noch in einer Anzahl von Fächern ver- einigte Sekunda in sämtlichen Fächern mit Ausnahme der Geschichte bereits Ostern zu trennen. Dafür mussten leider andere Klassen in einzelnen Fächern wieder vereinigt werden, sodass erst durch Anstellung einer neuen Lehrkraft ein befriedigender Zustand sich wird herbeiführen lassen.
Der Religionsunterricht der katholischen Schüler wurde von Ostern bis Juli wöchentlich einmal von Herrn Pfarrkurat Fickel von Nidda, von da ab alle vierzehn Tage einmal von Herrn Kaplan Kronenberger von Giessen erteilt.
*) Prof. Dr. Friedrich Wilhelm Hensell, geb. am 1. August 1854, erhielt seine Ausbildung auf dem Gymnasium seiner Vaterstadt Rinteln(Kurhessen), studierte 1873— 1876 in Marburg Kl. Philologie und Germanistik und promovierte daselbst 1876. 1876—1877 vertrat er den Rektor der höheren Knabenschule zu Kettwig a. d. Ruhr, verwaltete 1877— 1878 eine provisorische Lehrstelle an der Realschule I. u, II. Ordn. zu Darmstadt und wurde Ostern 1878 an dem Gymnasſum und der Realschule zu Worms definitiv angestellt. Herbst 1890 von da an das neugegründete Neue Gymnasium zu Darmstatt versetzt, verblieb er daselbst bis Ostern 1897 und wurde durch Allerhöchstes Dekret vom 13, Februar mit Wirkung vom 16. April zur Leſtung des hiesigen Gymnasiums berufen.
**) Karl Wilhelm Schmidt, geb. am 10. Juli 1869, besuchte die Realschule seiner Vaterstadt Friedberg und das Gymnasium zu Büdingen und studierte sodann kl. Philologie und Geschichte, Nach bestandener Staatsprüfung besuchte er das Seminar zu Giessen und wurde hierauf dem Progymnasium und der Realschule zu Friedberg überwiesen. Zeltweise unterbrochen war dieser Aufenthalt durch eine Vertretung in Alzey. Nach Ablauf seines Accesses liess er sich beurlauben, um sich in Leipzig dem Studium der Musik zu widmen, Januar 1897 wurde er zunâchst dem Realgymnasium zu Mainz zugewiesen und Ostern 1897 zur provisorischen Verwaltung einer Lehrerstelle an das hiesige Gymnasium versotet. In demselben Jahre promovierte er mit der Arbeit „Quaestiones de musicis scriptoribus Romanis“t. 3


