Aufsatz 
Über den höchsten Zweck des grammatischen Unterrichts in der deutschen Sprache / vom Conrektor Schmidtborn
Entstehung
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ſtand an den Sprachformen, wie an ihrer Bedeutung ein Gemeinſames und Feſtes, nach welchem ſie ſich richten, bemerkt, forſcht er ſicherlich auch weiter nach dem Grunde dieſer Norm und ſieht, wenn man ihn nur einigermaßen unterſtützt, leicht ein, daß er in den unabänderlichen Geſetzen ſeines Denkens zu ſuchen iſt, ja er erfaßt dieſelben ſogar m ihrer Beſonderheit und erringt ſich ſo beſſer als durch einen logiſchen Unterricht, der zu abſtract für den Kindesgeiſt iſt, ein deutlicheres Be⸗ wußtſein über die Geſetze, nach welchem ſein Denken wie ſein Sprechen in allen weſentlichen Formen vor ſich geht*). Und an welcher Sprache

Anmerk. 2. Schmitthenner, Vorrede zur teutſchen Sprachlehre fuͤr Ge⸗ lehrtenſchulen IV.:»In der Sprache die Verhaͤltniſſe des Denkens und Redens aufzuzeigen und ſo an der Kenntniß des erſten das klare Bewußt⸗ ſein der letzten zu erwecken, war der Zweck, zu dem ich die Sprachlehre fuͤr Gelehrtenſchulen ſchrieb. Durch Vergegenwaͤrtigung der Verhältniſſe des Denken an den Sprachformen ſuchte ich das ſelbſtbewußte Denken vorzu⸗

ereiten.

Anmerk. 3. Eine Recenſion uͤber Graßmanns Sprachbildungslehre ſagt: Ueberall geht der Verfaſſer von Beiſpielen aus, um an ihnen die Ueber⸗ einſtimmung der Spracherſcheinungen mit dem Weſen der Dinge, mit dem des menſchlichen Geiſtes und der ihm inwohnenden Auffaſſungs⸗ und Denk⸗ geſetze nachzuweiſen.«

Anmerk. 4. Wurſt II, 14:»Die wahrhafte Bedeutung der Wortar⸗ ten und ihrer Biegung kann man nicht vollkommen verſtehen, wenn man nicht eine klare Vorſtellung in den Vorgang des Denkens und Vorſtellens beſitzt. Vergl. Wurſt I, 13, 14 und Becker, Meth. 13 u. 16.

) Anmerk. 1. Lorberg:»Eine wahrhaft wiſſenſchaftliche Sprachlehre ſucht die nothwendigen Gruͤnde der Spracherſcheinung im Weſen der Sprache und in den Geſetzen des menſchlichen Denkens nachzuweiſen.

Anmerk. 2. Becker:»Das Geſchaͤft des Verſtandes iſt kein anderes, als die wahre Bedeutung der einzelnen Spracherſcheinungen anzugeben, ihre Uebereinſtimmung mit den Geſetzen des Denkens nachzuweiſen.

Anmerk. 3. Herling, Syntar 1:»In der Sprache leben die ewigen Geſetze des Denkens und Empfindens in ihrer tiefſten Bedeutung, ſie ſchließt eine Urweisheit in ſich, vor deren Spruͤchen die Wahrheit aller kuͤnſtlichen Syſteme verſtummen muß.« Herl. I, 3:Durch die Unterſcheidung in der Sprache, des Gemeinſchaftlichen und Beſonderen in ihren Formen gewinnt man außer der Uebung des Scharfſinns noch eine kefer⸗ Kenntniß des Menſchengeiſtes ſelbſt und der Geſetze ſeines Weſens. it der Forſchung