15
Die gewordene oder die Sprache in objectiver Rückſicht, d. i. der Inbegriff von Wörtern und deren Verbindungsarten, durch welche alle zu einem Volk gehörenden Individuen ihre Gedanken und Gefühle bezeichnen,
Anmerk. 6. Schmitthenner, Urſprachlehre pag: 29 und 30:„Jede er⸗ ſcheinende Sprache iſt ihrem Urſprung nach nichts anderes, als ein laut ge⸗ wordenes Naturgefuͤhl, das die Erſcheinungen im Inneren des Menſchen und die Welt, wie ſie ſich dort abſpiegelt, treu dargeſtellt hat. Da nun die Idee der Menſchheit ſich durch alle Voͤlker continuirt, der Athem Gottes durch die ganze Menſchheit wehet; ſo folgt, daß ſich in der Erſcheinung ir⸗ gend einer einzelnen Sprache, beſonders in der Bezeichnung der einfacheren und allgemeineren Verhältniſſe, unzaͤhlige Aehnlichkeiten mit denen jeder an⸗ deren werden auffinden laſſen, daß das Licht der Idee uͤberall durchſchim⸗ mern wird. Wie nun das Innere des Menſchen, wo es klar iſt, den ſanf⸗ ten Schein der Heiterkeit uͤber ſeine Außenwelt verbreitet, wo es aber fin⸗ ſter iſt, auch ſeinen Schattenkegel auf die Welt wirft; wie dem Menſchen uͤberhaupt, je nach dem Grade ſeiner Bildung, nach ſeiner gluͤcklichen oder ungluͤcklichen Stimmung die Welt veraͤndert erſcheint: ſo hat auch jedes Volk einen durch ſeine natuͤrlichen und geſchichtlichen Ver⸗ haͤltniſſe beſtimmten Charakter, demgemaͤß es die Erſchei⸗ nungen der Welt auffaßt und in der Sprache darſtellt.«
Anmerk. 7. Ruͤckſichtlich des Grundcharakters und der Kraft unſerer Sprache ſpricht ſich J. Lor. Fried. Richter in sheinerte Weiſe folgendere maßen aus:»Sie rollt mit dem Donner, kaußt m den beu, abt mat dem Meere, floͤtet mit der Flur, jauchzt mit dem Dichrkurſ dir Unſchuld, Hoͤlle. Ihre Keuſchheit und Reinheit ziert in 65 zichteanſt wie Uſchun. wie ein weißes Kleid, umfließt die vollkommene M* des oin,
. r Gang rieſelt durch heitere Gefilde d e neſs BlanaſildneteMiiher eon, 8 innerer Ernſt, ihre Frierliche kür. ſleidet die Klage in Trauerflor; ihr biederer und zufeichtiden unngürter en
r theuren Vertrauten der Herzen; ihre maͤnnlſche k 4 wie Sturz der Helden mit goͤttlichen Waffen und fäut auf dennschde we, Went die Berge. Voll Erhabenheit ſtreckt ſie da Trditdn Feceut der ſiegenden liebe
hige Rechte der kaͤmpfenden irdiſchen Tugend, ltigen Fuͤßen das nche B imen mit der Linken und ſtampft mit ihren deregener ruche der liche in die Naͤchte des Abgrundes hinab. Sied ſſden 5 ſbonhende Welnuisden, d ſeaen dee hichſe d ene ncdacſienen uid zarfſinidge eiſtes darzuſtellen v ſind u. ſ. w. Wer in dieſer lihen Grif fuͤr fremde Sprachen müterſegbaw ſeſ chi dler und treuen Leh⸗ Sprache von vernuͤnftigen Elteru erzogen, 3


