IV. Chronik der Anſtalt.
Das neue Schuljahr begann mit manchen Störungen des Unterrichts, die bis Pfingſten andauerten: Aſſeſſor Dr. Schmidt mußte aus geſundheitlichen Rückſichten einen mehrwöchigen Urlaub nehmen, die Aſſeſſoren Dr. Schrohe und Dr. Meſſer waren zu militäriſchen Übungen eingezogen. Zur Vertretung wurden durch Min.⸗Verfügung die Aſſeſſoren Adam Klaſſert und Philipp Bitſch, die noch vom vorigen Schuljahr her an der Anſtalt weilten, beſtimmt. Die weiteren Stunden verteilten wir, ſo gut es ging, unter uns. Nach Beendigung der Vertretung erhielt Bitſch die proviſoriſche Verwaltung einer Lehrerſtelle an der Realſchule und dem Progymnaſium zu Alzey, Klaſſert eine ſolche an dem Real⸗ gymnaſium in Darmſtadt.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 11. Mai 1895 mit Wirkung vom 1. Juni wurde der Großh. Gymnaſiallehrer Dr. Rudolf Glaſer von Buüdingen hierher verſetzt; er trat ſeinen Dienſt nach den Pfingſtferien an. Dafür wurde durch Min.⸗Verfügung dem proviſoriſchen Gymnaſiallehrer Dr. Auguſt Meſſer die Verwaltung einer Lehrerſtelle an dem Gymnaſium zu Büdingen übertragen.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 2. November 1895 wurde dem Großh. Gymnaſiallehrer Dr. Bernhard Biel der Charakter als Profeſſor erteilt.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 12. Februar 1896 wurde der Großh. Gymnaſiallehrer Dr. Wilhelm Weißgerber von hier an das Gymnaſium und die Realſchule ſeiner Vaterſtadt Offenbach mit Wirkung vom 11. Februar verſetzt. Der Unterricht im Franzöſiſchen wurde dadurch aufs empfindlichſte geſtört. Zu ſeiner Vertretung vom 26. Februar ab bis zum Ende des Schuljahres wurde durch Min.⸗Verfügung Lehramtsacceſſiſt Auguſt Schäfer aus Darnſtadt beſtimmt.
Durch Allerhöchſte Entſchließung vom 22. Februar 1896 wurde der Großherzogliche Reallehrer Dr. Chriſtian Langſtroff von Bingen mit Wirkung vom 1. April hierher verſetzt.
Am letzten Tage des vorigen Schuljahres, am 30. März 1895, veranſtaltete die Anſtalt in Gemäßheit miniſterieller Verfügungen eine Vorfeier des 80. Geburtstages des Fürſten Bismarck. In Abweſenheit des ſchon nach Italien beurlaubten Direktors ſprach Prof. Dr. Häling über die Verdienſte des Fürſten um das Deutſche Reich.
Bei der Schulfeier an dem Geburtstage Sr. Kgl. Hoheit des Großherzogs ſprach Dr. Glaſer über den Fürſten Alexander von Bulgarien, an dem Geburtstage Sr. Majeſtät des Kaiſers zeichnete Dr. Weißgerber Alllerhöchſt deſſen Lebensgang und Wirkſamkeit.
Auf miniſterielle Verfügung wurde am 18. Januar der 25jährige Gedenktag der Errichtung des Deutſchen Reiches beſonders feſtlich begangen. Die Anſtalt hielt eine öffentliche Schulfeier ab, die ſehr zahlreich beſucht war. Der Direktor hielt die Feſtrede.
Für verſchiedene der Bibliothek und den Sammlungen gemachten Geſchenke bleibt die Anſtalt den freundlichen Gebern zu Dank verpflichtet.


