Aufsatz 
Über die Radioaktivität einiger Süßwasser-, Mineral- und Thermal-Quellen des Taunus
Entstehung
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III

luft. Darauf wurde die gelöste Verbindung wieder hergestellt. das Elektroskop geladen und die Luft des Kreises durch 25 Kolbenhube in je 10 Minuten in fortwährender Zirkulation erhalten. Endlich wurde der von der Luft im Laufe einer Stunde an dem Flektroskope bewirkte Potentialabfall festgestellt; er heisseAktivität der Zimmerluft oder kurz Luftakbivitäb⸗.

Zur Vornahme der Wasserprobe wurden in die Wulfsche Flasche 600 cmô Quellwasser gegossen und seine Temperatur hestimmt; auch wurde eine 600 cm' fassende leere Koch- flasche in den Kreis geschaltet, damit das Luftvolumen unverändert blieb. Wie vorhin wurde dann die Luft des Kreises durch Lösung der Verbindung zwischen Hahn und Flasche und Vornahme von etwa 25 Kolbenhuben durch frische Zimmerluft ersetzat. Nachdem der Luft- kreis wieder geschlossen und das Elektroskop wenn nötig neu geladen war, wurde die Luft des Kreises genau in der oben beschriebenen Weise in Zirkulation erhalten. Jeder Kolbenhub der Pumpe prelste also rund 600 cm Luft durch das Wasser der Flasche und saugte dasselbe Volumen aus der Glocke wieder an. Der nunmehr eintretende Potentialabfall wurde, je nachdem er stark oder schwach war. von 5 zu 5 oder von 10 zu 10 Minuten abgelesen und endlich der Gesamtabfall im Laufe einer Stunde bestimmt. Von ihm wurde die Luft- aktivität in Abzug gebracht. Wir wollen im folgenden den Potentialabfall, welchen die unter den beschriebenen Bedingungen durch 600 cm: der Versuchsflüssigkeit geprelste Luft von 11000 cm: Volumen in einer Stunde hervorbringt,Aktivität der Flüssigkeit nennen.

Hierbei ist noch zu beachten: Während eines Zeitraums, der in den einzelnen Fällen vom Beginn des Versuchs an gerechnet zwischen 10 und 60 Minuten schwankte, wuchs der Potentialabfall und wurde dann eine Zeit laug ziemlich konstant. Rechnet man die Versuchs- stunde vom Beginn des Experimentes an, so erhält man dafür einen kleineren Wert, als wenn man sie von dem Momente an zählt, da die Konstanz eintritt. Da immer unter genau gleichen Verhältnissen gearbeitet wurde, so können, wenn das obige Maſs überhaupt zulässig ist, beide Werte als Mals dienen. Der zweite Wert dürfte vorzuziehen sein, weil er, wenn auch in engen Grenzen, der Zeit proportional ist. Anfangs wurde darauf nicht geachtet; um alle erhaltenen Resultate vergleichen zu können, werde ich beide Werte anführen, wenn beide beobachtet wurden und den ersten mit A. den zweiten mit Ax bezeichnen.

B. Süfswasserquellen.

Zur Veranschaulichung des Ganges einer Untersuchung lasse ich hier eine Skizze eines der vielen Experimente folgen: dabei greife ich mit Absicht ein solches heraus, bei dem die näherungsweise Konstanz des Abfalls erst nach Verlauf einer Stunde eintrat.

Datum: 19. Dez. 1904. Quelle: Nordhang dereisernen Hand. Wasserentnahme: 3 ν 30 Nm.

Luftprobe.

Zeit der Beobachtung Ausschlag Potential- Abpfall 4 n 24 28,95 210,35 54 28,6 5 n 24 28,25 207,5 3,3 54 27,8 6 h 24 27,4 203,3 3,8 Resultat: Luftaktivität der ersten Stunde= 3.3 . zweiten 3,8 Mittel= 3,6

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