38
konnten. Bei diesen Vorversuchen kamen dickwandigere Thonzellen zur Anwendung, als bei den Hauptversuchen; bei ihnen allen nahm der innere Widerstand nur bis zu Temperaturen zwischen 50 und 60°ab, um dann rasch zu wachsen. Mit dem Verhalten des Widerstandes der Elektro- lyte zu ihrer Temperatur steht diese Thatsache nicht im Einklang; zu ihrer Erklärung werden wir, da andere Faktoren ausgeschlossen sind, auf den Widerstand der Thonzelle verwiesen. Nach dem allem entschloſs ich mich, die Abhängigkeit des Widerstandes der Thonzellen von der Temperatur experimentell zu prüfen, zumal ich entsprechende Untersuchungen von
anderer Seite nicht auffinden konnte.
III. Der Einflufs der Temperatur auf den Widerstand der Thonzellen.
Die Bestimmung des Widerstandes der Thonzellen geschah aus den schon angeführten äulseren Gründen nach der Ohm'schen Methode. Die Versuchsanordnung war die folgende. Auf dem Boden eines metallischen Heizgefälses STafel, Fig. 1½(Aufrils), Fig. 1(Grundriſs)] salsen drei gleich hohe Holzklötzchen 1, 2, 3. welche ein 24 cm hohes und 14 em weites Becher- glas F trugen. In das letztere tauchte umweit seines Randes die Holzstange c, welche eine horizontale Scheibe d aus demselben Material trug und mittelst des Geleitstücks s längs der eisernen Stange C vertikal verschoben, oder um dieselbe horizontal gedreht werden konnte. Auf der Scheibe d stand die cylindrische Versuchszelle e, deren innerer Durchmesser r.(3,12), und deren äufserer Durchmesser r,(3,7) cm war. In demselben Glasgefälse schwebten die an den Geleit- stangen A und B durch einen vertikalen und horizontalen Arm befestigten, wie c und d beweg- lichen, unten und oben offenen, möglichst konzentrischen metallischen Hohlcylinder aa und bb. Der äufsere Radius des inneren Hohlcylinders war r.(2,58), der innere Radius des äufseren T. (4,65) cm, während ihre übereinstimmende Höhe h(4,9) cm betrug. Ihre oberen und unteren Ränder lagen bei den Experimenten in derselben Horizontalebene; beide Cylinder wurden vor dem Experi- mente mit einem starken galvanoplastischen UÜberzuge des Metalles versehen, woraus sie bestanden. Die Radien waren so gewählt, daſs die gehobene Thonzelle e zwischen ihnen Platz hatte und bei komzentrischer Stellung nach auſsen und innen noch einen mälsigen freien Zwischenraum liels. Das Gefäls F wurde bis einige Millimeter über den oberen Rand der Metallcylinder mit einer Lösung eines Salzes des Metalles gefüllt, aus welchem die Cylinder bestanden. Bestanden dieselben beispielsweise aus Cu, so kam eine Cu SO.†Lösung in Anwendung, bestanden sie aus Zink, so wurde eine Zn SO.-Lösung benutzt u. s. wW. Um den etwaigen Einfluſs der in der Zelle vorhandenen Luft zu beseitigen, wurde die Zelle vor dem Versuche in ein Gefäls gestellt, das mit der Versuchslösung gefüllt war, und dann unter die Glocke der Luftpumpe gebracht, unter welcher sie bei einer Verdünnung von 10— 12 mm mehrere Stunden blieb. Sobald keine Bläschen mehr aus der Zelle aufstiegen, wurde Luft zugelassen, welche die Flüssigkeit in die Poren prelste. Die Temperaturveränderungen wurden durch Ol bewirkt, welches in das Gefäls S gegossen, durch untergesetzte Flammen erwärmt wurde und dann alle Teile innerhalb des Gefäſses F aut die gewünschte Temperatur brachte. Der Gang eines einzelnen Versuches ist nun der folgende. In den Schlieſsungskreis einer konstanten Batterie werden eine Tangentenbussole, ein Stöpsel- rheostat und ein Stromwechsler geschaltet. Es sei E die elektromotorische Kraft der Batterie, So der in dem Schlielsungskreise flieſsende Strom, « der von ihm erzeugte Ausschlagswinkel der Nadel,


