Aufsatz 
Über den Einfluss der Temperatur auf die galvanischen Elemente / von August Schmidt
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Über den Einflufs der Temperatur auf die galvanischen Elemente.

Bei demselben äufseren Widerstande hängt die Stromstärke eines galvanischen Elementes von seiner elektromotorischen Kraft(EK) und seinem inneren Widerstande(Wi) ab.

Die EK wird bedingt

a) von der elektrischen Differenz(E D) je eines Elektromotors der ersten Ordnung und des zugehörigen der zweiten; b) von der ED der beiden Flüssigkeiten; 9) n Plektromotoren der ersten Ordnung; d) wie sie durch das Diaphragma entsteht. Der innere Widerstand hängt ab a) von dem Widerstande der Flüssigkeiten, 9).. des Diaphragmas.

Es ist unschwer vorauszusehen, dafs alle diese Gröfsen von der Temperatur beeinfluſst werden, dals demnach die elektromotorische Kraft, der Widerstand und damit auch die Strom- stärke eines galvanischen Elementes Funktionen seiner Temperatur sein werden.

Die vorliegende Arbeit verfolgt den Zweck, eine UÜbersicht über die in der angedeuteten Richtung schon durchgeführten Untersuchungen zu geben und dieselben nach zwei Seiten hin zu erweitern.

I. Litterarische Übersicht.

Die Abhängigkeit der EK von der Temperatur prüften zuerst Peclet, Petruschefsky und Poggendorf, kamen aber zu einem negativen Resultate. Mit besserem Erfolge arbeitete an derselben Aufgabe Lindig.¹) Er benutzte zunächst zwei Daniell'sche Elemente, ein Normalelement von konstanter Temperatur und ein moglichst gleichartiges zweites, dessen Temperatur er im Wasserbade beliebig änderte. Die Vergleichung der elektrischen Kräfte beider geschah nach der von Poggendorf zuerst angewandten, von Boscha etwas erweiterten Kompensationsmethode. Die Versuchsanordnung Lindigs ist aulser in der angeführten Original- arbeit auch in demLehrbuch der Elektrizität von Wiedemann 1, S. 631 632 näher be- schrieben. Sie gestattet, die EK eines Elementes durch diejenige eines anderen unabhängig von dem inneren Widerstande mittelst des Verhältnisses zweier äulseren Widerstäude darzustellen. Bei einer Versuchsreihe betrug die Temperatur des Normalelementes 19 20⁰° C., während die des Vergleichselementes zwischen den Grenzen 7° und 42°abgeändert wurde. Wurde die EK des Normalelementes= 100 gesetzt, so ergaben sich für diejenige des Vergleichselementes

¹) Lindig, Poggendorfs Annalen 123, S. 1, 1864.