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Durch Dekret des herzogl. Staats⸗Miniſteriums vom 3. Februar 1873 wurden ſämmtlichen Mitgliedern des Lehrerkollegiums einmalige Theuerungs⸗Zulagen bewilligt. Für dieſen Beweis hochherziger Theilnahme ſpricht der Berichterſtatter auch an dieſer Stelle den ehrfurchtsvollſten Dank aus.
Haben wir hiernach hinreichenden Anlaß, dem gütigen Gotte für ſo viel Liebe zu danken, ſo erfüllt es unſer Herz doch mit Betrübniß, daß wir die erfolgreiche Wirkſamkeit unſers erſten Oberlehrers, Herrn Schlegel, faſt während des ganzen Winter⸗Semeſters haben entbehren müſſen. Das Leiden, gegen welches er ſchon im Sommer, leider! ohne rechten Erfolg eine Brunnenkur angewendet hatte, nahm im Anfange des Winters eine ſo bedenkliche Wendung, daß er ſich veranlaßt ſah, ſeine Thätigkeit an der Schule einzuſtellen. Gern unterzogen ſich ſeine Kollegen dem nothwendigen Vikariate und hoffen mit dem Berichterſtatter, daß die gewährte Ruhe es ihm möglich machen werde, mit dem Beginn des neuen Schuljahres einen Theil ſeines Unter⸗ richtes wieder zu übernehmen. Der Herr aber ſende ihm Kraft und Hülfe aus dem reichen Quell ſeiner Gnade!
Herr Oberlehrer Schindhelm hatte, wie im vorigen Jahre, zur Ausführung einer zur Kräftigung ſeiner Geſundheit nothwendigen Brunnenkur einen Urlaub von 14 Tagen vor den Hundstagsferien; Herr Dr. Baumgarten erhielt zu gleichem Zwecke einen ſolchen von 8 Tagen im Anſchluß an die Sommerferien. Beide Herren ſind dadurch zur Ausführung ihrer Berufs⸗ geſchäfte weſentlich geſtärkt und gekräftigt worden. Wir freuen uns mit ihnen des erzielten Erfolges.
Sonſtige Unterbrechungen des Unterrichtes ſind nicht eingetreten; namentlich war der Geſundheitszuſtand unſerer Schüler ein günſtiger.
An beſonderen Ereigniſſen ſind folgende hervorzuheben:
Am 9. und 10. April 1872 fanden die Aufnahmeprüfungen, am 11. April Morgens 7 Uhr die Eröffnung des Sommer⸗Semeſters ſtatt.
Die Pfingſtferien dauerten vom 18. bis 27. Mai. Wegen des Stiftungsfeſtes fiel der Unterricht vom 15. bis 20. Juni aus. Die Feier deſſelben wurde am Dienſtag den 18. Juni Vormittags 9 Uhr mit Geſang, Rede⸗ und Deklamations⸗Uebungen in dem durch die dankens⸗ werthe Liberalität des wohllöblichen Magiſtrats uns überlaſſenen Rathhausſaale unter zahl⸗ reicher Betheiligung des Publikums vollzogen. Der übliche Spaziergang durch den Bauſenberg nach der Roſenau fand am Nachmittage ſtatt.—
Am 20. Juli erfolgte die Vertheilung der Jakobicenſur. Die Hundstagsferien dauerten vom 20. Juli bis zum 12. Auguſt.
Am 2. September wohnte die Realſchule dem in der Hauptkirche zu St. Moritz ſtattfinden⸗ den Feſtgottesdienſte zur Erinnerung an die Schlacht bei Sedan bei.
Die Herbſtprüfung wurde am Donnerſtag den 19. und Freitag den 20. September ab⸗ gehalten. Mit der am Sonnabend den 21. September erfolgten Cenſurvertheilung ſchloß das
Sommerſemeſter. 5


