Wenn ſich im Juni die Sonne ihrem höchſten Stande näherte, wenn der Wald dicht und grün war und die Felder reiften, dann zogen wir in den Wald, den Sommer zu feiern. Jede Klaſſe trug einen ſelbſt— gewundenen bunten Blumenkranz mit luſtig flatternden Bändern an einem Stock voran. Im Wald herrſchte dann ein fröhliches Gewimmel, die farbenfrohen Sommerkleider der Mädels ſahen ſelber ſo bunt und luſtig aus wie die Blumenkränze, die ſie trugen; Geſang, Spiele, Gedichte und hübſche Aufführungen wechſelten miteinander ab, und über allem ſchien die Juniſonne und freute ſich.—
Und wenn an Oſtern eine Klaſſe abging, ſo war das nicht etwa nur die Angelegenheit dieſer einen Klaſſe, ſondern die ganze Schule nahm daran teil. Da wurde ein fröhliches„Abſchiedsfeſt“ veranſtaltet, wo jede Klaſſe irgend etwas zur allgemeinen Freude beitrug, wofür man kleine Neckereien und Schnadahüpferl gedichtet oder eine kleine luſtige Auf⸗ führung vorbereitet hatte. Und dann kam am letzten Schulmorgen der feierliche, herzliche Abſchied im Kreiſe der ganzen Schule; denn die Mädels, die nun die Schule verließen, hatten ja zu„uns“ gehört, waren ein Teil unſerer Gemeinſchaft.
Ja, das iſt uns allen wohl eine der ſchönſten und bleibendſten Er— innerungen an unſere Schulzeit, dieſe große Gemeinſchaft, die uns in Arbeit und Spiel verband und die Eliſabethenſchülerinnen immer verbinden wird, wo immer im Leben ſie ſich auch begegnen werden.—
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