Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
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Schülerinnen hinaus in die helle Maienſonne. Sie ahnen nicht, daß ſie die geliebte Vorſteherin nicht mehr in der Schule wiederſehen werden, daß ſie zum letzten Mal ihr Lieblingslied geſungen haben! Nur wir wenigen aus ihrer nächſten Umgebung wiſſen, mit welcher unſäglichen Anſtrengung ſie all die Wochen her, in denen die tückiſche Krankheit weiter und weiter um ſich griff, auf ihrem Platze ausharrte! Ich fühle, wie bitterſchwer es ihr fällt, das Werk zu laſſen, dem ſie mit der ganzen Kraft ihres Herzens gedient hat.

Wenige Monate ſind verfloſſen ſeit jener Pfingſtandacht. Wieder hat ſich die Schule nach den Sommerferien zur Andacht zuſammen⸗ gefunden, diesmal in tiefer Trauer. In den Ferien iſt die Vorſteherin von uns geſchieden und heimgegangen in denhimmliſchen Garten, wohin ihre Gedanken zuletzt nur noch gerichtet waren. Wir ſind voller Schmerz, verwaiſt iſt die Schule. Da aber ſteht ein Wort auf, das ſie uns einmal nahe gebracht hatte, eine Stelle aus dem Hebräerbrief:Wir aber ſind nicht von denen, die da weichen.... Und etwas von ihrer frohen Tapferkeit kommt über uns! Nein, wir wollen nicht weichen von der Pflicht, zu der ſie uns immer wieder ermahnt hat, nicht weichen von dem Weg, auf dem ſie uns in Wort und Tat voranging!

Und während wir leiſe aus dem Saale gehen an die Arbeit, an die Pflichten des Tages, klingt das Lied der Andacht noch in uns nach: Ich bete an die Macht der Liebe.

Eindrücke aus meiner Schulzeit.

Von stud. phil. L. Wolfskehl(Darmſtadt).

s gibt ſo viele Menſchen, die mit Schrecken an ihre Schulzeit zurück

denken. Liegt das an der Schule oder an den Menſchen ſelbſt? Wahr ſcheinlich an beiden, aber auf jeden Fall ſind dieſe Menſchen zu bedauern, denn es fehlt ihnen eine ſchöne Jugenderinnerung.

Ich glaube, wir alle, die wir in den Jahren zwiſchen 1920 und 1930 in die Eliſabethenſchule gingen, denken gern, ſehr gern an dieſe Zeit zurück. Zwar gab es auch für uns Tage, wo wir mit reichlich gemiſchten Gefühlen nach der Sandſtraße 12 zogen, wenn z. B. eine franzöſiſche oder Mathe⸗ matikarbeit bevorſtand und wir am Tag vorher lieber in den Woog ge gangen waren, anſtatt Vokabeln und Lehrſätze zu lernen!

Was uns allen wohl den größten Eindruck gemacht hat, war der herzliche, perſönliche Ton, der im Schulleben, in Unterricht und Feiern

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