Aufsatz 
Hundert Jahre Elisabethenschule. Hofmannsches Institut Darmstadt. 1832 - 1932 / Hrsg. v. d. Leitung der Elisabethenschule
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ihre Meiſterſchaft. Wir werden noch ſehen, daß das Internat im Laufe der Jahre ſeinen Ruf weit über die Grenzen Deutſchlands ausdehnte. Wann es begonnen und der Schule angegliedert wurde, können wir nicht genau beſtimmen, aber jedenfalls ſchon bald nach der Ubernahme der Küchlerſchen Schule ²s). Vermutlich wird das Internat mit der Ein richtung ſeinen Anfang genommen haben, die Jeanette Hofmann als halbe Penſion bezeichnete, eine Einrichtung, mit der ſie, ſo weit wir ſehen, ein Neues im Darmſtädter Schulleben einführte. Wir finden am 20. Auguſt 1834 folgende Anzeige in der Großherz. Heſſ. Zeitung: Unterzeichnete, welche ſeit einiger Zeit die vorm. Küchlerſche höhere Mädchenſchule übernommen haben, empfehlen geehrten Eltern jetzt auch ihre halbe Penſion. Sie haben nämlich die Einrichtung getroffen und bereits begonnen, daß die Kinder auch außer den Unterrichtsſtunden um ihre Lehrerinnen ſind, unter ihrer Aufſicht ihre Aufgaben für die Schule verfertigen und die übrigen Stunden des Tages mit nützlichen und an genehmen Beſchäftigungen ausfüllen. Zugleich wird darauf geſehen, daß ſie ſich im franzöſiſchen Sprechen und je nach ihren Fortſchritten daneben auch im Engliſchen üben. J. Hofmann, L. Müller, Vorſteherinnen einer höheren Mädchenſchule, hier.

Das Internat befand ſich ſpäter im erſten und zweiten Stocke des Hauſes in der Wilhelminenſtraße.

Ein Menſchenalter hat Jeanette Hofmann der Schule vorgeſtanden. Di Zahl der Schülerinnen hatte ſich von Jahr zu Jahr gemehrt. Die Schule umfaßte zu Beginn der 60 er Jahre die verhältnismäßig große Hahl von faſt 200 Schülerinnen. Auch die Klaſſenzahl war demgemäß ewachſen. Eine räumliche Vergrößerung war von Nöten; auch die po ztiſche und kulturelle Entwicklung in Deutſchland, ebenſo die Entwicklung des Scyulweſens ſtellte die Schule vor neue Aufgaben. Inzwiſchen war eine neue Generation herangewachſen, auch in ihrer nächſten Verwandt⸗ ſchaft, die nun bereit war, das Erbe zu übernehmen. 1866 übergab ihnen Jeanette Hofmann die Leitung der Schule und zog ſich zurück. Es iſt faſt ſinnbildhaft, daß die Frau, die noch geboren wurde im heiligen rö⸗ miſchen Reich deutſcher Nation, beim Nahen des geeinten deutſchen Reiches auch ihre Lebensarbeit als beendet anſieht. Die erſten Jahre des deutſchen jaiſerreiches hat ſie noch erlebt; 1873 iſt ſie dann geſtorben und vierzehn Tag⸗ en trug man auch ihren Bruder Theodor Hofmann zu Grabe. ¹ er Leben war räumlich und geiſtig ſo ſehr miteinander ver⸗ Strektion es er, der ſcheinbar geſunde Mann, an ihrem Totenbette Gedanke: Ich werde Dir bald nachfolgen. ²⁵). ein, der w das Leben dieſer Frau, ſo kann man ihm die innere

³) Bericht Geſuch an die Oberſtudiendirektion Darmſtadt v. 3. 1. 1859 arch. Priv. Schul demPenſionat, das ſeit 25 Jahren mit der Unterrichts⸗ und

²⁷) Bericht erbunden war.(Akt. Hofm. Inſt. Kultusminiſt.)

³s) Geſuch olog.; desgl. auch Nachruf für L. Treßer im Programm der 6 alſch De. ſtadt 1875.

14 3