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war vom Staate angeſtellt. Der Staat leiſtete auch Zuſchüſſe. Den größten Anteil der Koſten für die Schule hatte aber der Provinzialverein zu tragen, was aber nicht ausſchloß, daß noch die Provinz, der Kreis, die Bezirksſparkaſſe und die Gemeinde, in der die betreffende Schule ihren Sitz hatte, zu den Unterhal⸗ tungskoſten beiſteuerten. Kein Wunder alſo, daß in einer Frage wie die Errichtung einer landwirtſchaftlichen Schule ſoviele In⸗ ſtanzen mitzureden hatten und der Gang der Verhandlungen ſo ſchleppend und für die Groß⸗Umſtädter Pläne ſo wenig er⸗ folgreich war!
Aus den Verhandlungen des Ausſchuſſes des Provinzial⸗ vereins kann man entnehmen, daß das Gutachten der Unter⸗ richts⸗Kommiſſion des Vereins für die Errichtung einer Schule in Groß⸗Umſtadt ſehr ungünſtig lautete. Man bezweifelte die Zahl der in Ausſicht geſtellten Schüler und damit die Lebens⸗ fähigkeit der Schule, befürchtete eine Abnahme des Beſuchs der Schule zu Darmſtadt, zeigte eine gewiſſe Eiferſucht und befür⸗ wortete ſchließlich,„keine Geldmittel aus dem Fonds des land⸗ wirtſchaftlichen Vereins der Provinz Starkenburg für die projek⸗ tierte Schule zu Groß⸗Umſtadt zu verwilligen.“
Daß unter ſolchen Umſtänden der ſchön durchdachte Plan nicht zur Ausführung kommen konnte, iſt klar. Trotzdem war die viele Arbeit der Männer, die es mit der Fortbildung des Bauernſtandes unſerer Gegend gut meinten, die ihre Zeit und ihre Kraft in den Dienſt der guten Sache geſtellt hatten, nicht vergebens geleiſtet. Ihnen allen und allen voran dem Herrn Direktor Nodnagel, der Seele des Ganzen, gebührt Dank für die viele Mühe! Wenn auch die Tätigkeit des Direktors Nodnagel in dieſer Angelegenheit von dem gewünſchten Er⸗ folge nicht ſofort gekrönt wurde, ſo kann er für ſich doch das Verdienſt in Anſpruch nehmen, den Boden für eine ſpätere Saat gut vorbereitet zu haben.
Eine gute Sache ſetzt ſich trotz allen Hemmungen durch. Sie kann wohl zeitlich etwas verſchoben, aber nicht zu Grunde gerichtet werden. Und ſo ſehen wir auch unſeren im Strome der Zeit untergetauchten Plan wieder auftauchen.
Am 30. Juli 1887 fand auf Veranlaſſung des Landtags⸗ abgeordneten Lautz eine Verſammlung im Rheiniſchen Hof dahier ſtatt, zu der u. a. der Gemeinderat, Realſchuldirektor Dr. Derſch, Reallehrer Vogel und Kreisrat Haas von Offenbach, ein um das Landwirtſchaftsweſen verdienter Mann und ſehr einflußreicher Landtagsabgeordneter, eingeladen und erſchienen waren.


