Aufsatz 
Festschrift zur Feier des 25jährigen Bestehens der Großherzogl. Landwirtschaftsschule zu Groß-Umstadt am 20. und 21. September 1913
Entstehung
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Schule verfügbar gewordenen Geldmittel der in Groß⸗ Umſtadt zu gründenden Schule zuzuweiſen.

Zur Erläuterung und Begründung dieſer Anträge beehren wir uns folgende Bemerkungen beizufügen:

Bereits im Monat März d. J. wurde der Gedanke, eine Ackerbauſchule in Groß⸗Umſtadt ins Leben zu rufen, in weite⸗ rem Kreiſe lebhaft erörtert. Man ging dabei namentlich von der Erwägung aus, daß Groß⸗Umſtadt ſchon durch ſeine Lage im Mittelpunkt einer faſt ausſchließlich Ackerbau treibenden Gegend für die Errichtung einer ſolchen Schule vorzugsweiſe geeignet ſcheint. Man erwog ferner, daß die Bevölkerung der Nachbarorte von Groß⸗Umſtadt größtenteils aus Landwirten mittleren Vermögens beſteht, denen es nur ſchwer möglich wäre, für ihre Söhne den koſtſpieligen Aufenthalt in Darmſtadt oder an noch ferner gelegenem Orte zu erſchwingen, während von Groß⸗Umſtadt aus die Ackerbauſchüler ebenſo gut wie die Mehr⸗ zahl der Realſchüler täglich nach Hauſe gelangen und ſich ſomit die Vorteile einer rationellen Unterweiſung in ihrem künftigen Berufe als Landwirte ohne allzuſchwere Opfer ſichern könnten. Außerdem befindet ſich in Groß⸗Umſtadt eine Gr. Realſchule, deren Lehrer ſich ohne Zweifel zur teilweiſen oder ganzen Ueber⸗ nahme des Unterrichts in den allgemein bildenden Fächern (für den landwirtſchaftlichen Fachunterricht wäre natürlich eine beſondere Lehrkraft erforderlich) bereitwillig zeigen dürften. Ebenſo dürfte mit ziemlicher Beſtimmtheit darauf gerechnet wer⸗ den, daß der Ackerbauſchule die Mitbenutzung der Realſchul⸗ ſammlungen und Apparate geſtattet und damit der neuen Schule eine weſentliche Erleichterung geboten werden würde.

Die Angelegenheit wurde der am 7. Juli desſ. Is. zu Ueberau ſtattgehabten Hauptverſammlung des landwirtſchaft⸗ lichen Bezirksvereins Dieburg vorgelegt, welche die in jener Eingabe enthaltenen Anträge nach lebhafter Erörterung mit Stimmenmehrheit zu den ihrigen machte, und ſie ſpäter dem Provinzialverein zur weiteren Entſchließung vorlegen ließ. Mit dieſen Anträgen befaßten ſich dann der landwirtſchaftliche Pro⸗ vinzialverein, die Großh. Zentralſtelle für die Landwirtſchaft und die landwirtſchaftlichen Vereine, die Unterrichtskommiſſion des Provinzialvereins und das Miniſterium des Innern und der Juſtiz. Daß in dieſer Frage ſo viele Inſtanzen mitzu⸗ reden hatten, lag an der Organiſation der niederen landwirt⸗ ſchaftlichen Unterrichtsanſtalten jener Zeit. Jede Schule hatte 2 Klaſſen. Der Unterricht wurde nur im Winter gehalten. Der Fachlehrer, der im Sommer als Wanderlehrer tätig war,

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