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gleichfalls stets Asiaten. Den römischen Bürgern war durch Senatsconsult die Teilnahme an dem Dienst verboten*), daher hatte denn auch das collegium der dendrophori in republikanischer Zeit mit dem Cultus der Magna Mater nichts zu thun, ja dasselbe existierte nicht einmal in dieser Zeit.
Erst in der Kaiserzeit, als. der Dienst der Magna Mater durch ein neues Fest, welches die asiatische Mutter Erde als Befruchterin der Felder und Weinberge feierte, einen orgiastischen und excentrischen Charakter erhielt(St.-V. III, 370) und nun gar, als manche Kaiser im 2. u. 3. Jahrh. selbst als begeisterte Verehrer der geheimnisvollen Göttin auftraten, da wurde natürlich dieses Verbot hinfällig, und gerade der mysteriöse und ausschweifende Ritus bildete seine beste Empfehlung in der großen Menge. Während des großen vom 15.—27. Mär⸗ dauernden Festes wurde der heilige Baum, d. h. die Fichte, unter welcher sich Attis im Wahnsinn entmannt hatte, in den Palatinischen Tempel der Göttin in feierlicher Procession überbracht. Diese religiöse Handlung lag Gehilfen der Priester ob, die dendrophori genannt wurden ¹⁵). Nach Lyd us ¹⁸) richtete Kaiser Claudius dieses Dendrophorenfest ein. Natürlich erforderte das so von den Kaisern be- günstigte Fest, welches durch seine geheimnisvolle Symbolik und äußeres Gepränge die Menge ganz besonders anzog, ein großes Material an Teilnehmern. Wie nun Handwerkergilden auch sonst sich dem Dienste bestimmter Gottheiten widmen, so wühlte naturgemäß diejenige Handwerker- zunft, welche die Lieferung der Bäume für das Fest zu besorgen hatte, sich die Cybele und den Attis zu Schutzgottheiten und wurde so zur Sodalität, zur religiösen Bruderschaft derselben und ver- sah bei den Festen die Dendrophorie. Als diese Handwerker sehe ich die lignarii an. Dieselben sind uns sowohl inschriftlich wie auch sonst wenig aus älterer Zeit bekannt, und in der Kaiser- zeit heißen sie eben dendrophori. Daß sie in der älteren Zeit inschriftlich nicht vorkommen, darf nicht Wunder nehmen, denn aus republikanischer Zeit sind überhaupt Handwerkercollegien — abgesehen von dem collegium anulariorum C. J. L. I, 1107— inschriftlich nicht bekannt. Es erklärt sich dies teils daraus, daß die Sitte alltägliche Vorgänge des Lebens durch Inschriften zu verewigen, damals noch nicht so verbreitet war wie in der Kaiserzeit, teils daraus, daß In- schriften aus älterer Zeit auch mehr den Zufällen der Zerstörung ausgesetzt waren und daher gewiß zum größeren Teil zu Grunde gegangen sind, teils aber auch aus der damals noch ge- ringeren Ausdehnung und Bedeutung des Vereinswesens ²⁰).
Trotzdem aber muß das Handwerk der lignarii der Natur der Sache nach ein recht wichtiges gewesen sein, was auch daraus hervorgeht, daß es in Rom nach Liv. XXXV, 14 vor der porta Trigemina eine Straßze»inter lignarios« gab.
Auf die Natur ihres Handwerks wirft eine Pompejanische Wandinschrift Licht, welche abgesehen von zwei andern, für uns irrelevanten, soweit ich bemerken konnte, das einzige in- schriftliche Zeugnis für sie ist. Die Inschrift, welche ihrer Herkunft nach in die 1. Hälfte des 1. Jahrh. n. Chr. anzusetzen ist, gehört zu den zahlreichen Wahlempfehlungen, mit welchen die
¹7) Dionys. II, 19.
¹s) Zu Anfang des Festes, am 5. März, zogen Cannophoren, d. h. Träger von Schilfrohr ein. Attis hatte sich nämlich nach seiner Entmannung in einem Rohrdickicht verborgen und war dort von der Cybele aufgefunden worden. Diese Auffindung scheint der Gegenstand des Cannophorenfestes gewesen zu sein(Mar- quardt, St.-V. III, p. 370 A. 5. **) De mensibus 4, 41:§ π0 Jexανριᷣ᷑ Ka³εννν Gmμρινιων§Ʒ̈ννιωνõ₰ KS ⁴[ρ⁴ό τιιν ν Ʒενσοσe
&céero v τ Iaααασπαε. sϑ 6ννꝙ K1ννιιο ο εϑασνμεεςα ναmεασρασνασάσ, Gν% oν νπω ϑιααις σκσ*. *0) Vgl. Coh 3 ) Vgl. Cohn, p. 78.


