Aufsatz 
Die Goldwespen : mit Bestimmungstabellen der nassauischen und kurzer Beschreibung der übrigen deutschen Arten / Adolph Schenck
Entstehung
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am Endrande getrübt. Die Beine ſind dünn, von mittlerer Länge, zu ſchnellem Laufe eingerichtet, der Fuß fünfgliedrig, die Krallen unten entweder zahnlos, oder mit einem oder mehreren Zähnchen beſetzt, in letzterem Falle oft geſägt oder kammförmig.

3) Der Hinterleib, in getrocknetem Zuſtande meiſt unten ausgehöhlt, hat eine halb⸗ walzenförmige oder rundliche Geſtalt; nur bei Cleptes iſt er vorn und hinten bedeuteud verſchmälert, am Ende zugeſpitzt, bei den übrigen Gattungen abgeſtutzt oder abgerundet. Meiſt beſteht der Hinterleib bei beiden Geſchlechtern aus drei Seamenten; nur 2 deutſche Gattungen, Cleptes und Parnopes, machen eine Ausnahme, indem bei jener das Weibchen vier, das Männchen fünf, bei dieſer das Weibchen drei, das Männchen vier Hinterleibsſegmente hat. Bei drei Hinterleibsſegmenten und halbwalzenförmiger Geſtalt des Hinterleibs hat das End⸗ ſegment hinter der Mitte eine mit Grübchen beſetzte Querfalte, ſo daß es zweigliedrig zu ſein ſcheint und aus einem groöͤßeren Baſal⸗ und kleineren Endtheil beſteht. Der End⸗ rand des Hinterleibs hat oft ſeichte bogenförmige Ausrandungen oder Zähnchen oder in der Mitte einen Einſchnitt, oder iſt einfach bogenförmig gerundet.

4) Die Bedeckung des Körpers beſteht aus einer ſehr harten Hornhaut, beſonders hart iſt die des Thorax. Der Körper, beſonders der Hinterleib, iſt mehr oder weniger dicht punktirt; jedoch finden bei derſelben Art in dieſer Hinſicht oft Varietäten ſtatt, ſowohl hinſichtlich der Stärke, als der Dichtigkeit der Punktirung. Oft zieht ſich über ein oder das andere Segment oder über mehrere ein glatter Längskiel in der Mitte; aber es gibt auch Arten, bei welchen einige Individuen einen ſolchen beſitzen, andere nicht. Die Farbe des Körpers iſt lebhaft feuer⸗ oder kupferroth, oft mit grünem Schiller, blau, violett oder grün, mit intenſivem Metallglanze; nur bei wenigen Arten fehlt ein ſolcher ſtellenweiſe(z. B. Parnopes carnea, Hedychrum roseum); meiſt iſt das Colorit aus mehreren jener Farben zuſammengeſetzt. Außer dem Kopfe und Rumpfe findet ſich der Metallglanz noch an dem Fühlerſchaft und dem erſten oder erſten und zweiten Geißelgliede*), den Schenkeln und meiſt an den Schienen. Die Bauchſeite des Hinterleibs iſt anders gefärbt als der Rücken, oft glänzend ſchwarz, häufig mit rothen oder grünen metalliſch glänzenden Stellen.

5) Der Größe nach gehören die Goldwespen zu den kleinen und mittleren Hymenopteren; ihre Länge beträgt 6 bis 5°. Die Größe iſt jedoch bei vielen Arten ſehr veränderlich. So gibt es z. B. bei der gemeinſten Art, Chrysis ignita, Anbſwidüen von 2 bis 4 ½"°, ohne Rückſicht auf das Geſchlecht.

§. 4. Unterſchied von ähnlichen Hymenopteren und andern ähnlichen Inſekten. Die Farben und der Metallglanz der Goldwespen kommen auch bei Hymenopteren anderer Familien

vor, bei uns beſonders bei ſehr vielen kleinen Schlupfwespen aus der Gruppe der Pteromalinen

(Springſchtupfwespen) und bei einigen kleinen Bienen⸗Arten aus der Gattung Halictus (Furchenbiene), in den Tropenländern aber bei vielen größeren Bienen⸗Arten anderer Gattungen und manchen Grabwespen. Die Geſtalt und Gliederzahl des Hinterleibs, die Beſchaffenheit des Legeſtachels, die Zahl der Fühlerglieder und der Flügetzellen läßt ſolche Hymenopteren leicht von den Goldwespen unterſcheiden. Auch in der Ordnung der Dipteren(Zweiflügler) kommen ähulich gefärbte Arten vor, z. B. die ſogenannten Goldfliegen, wie die Goldwespen im gemeinen Leben nicht ſelten denanah werden. Schon die Zahl der Flügel verhütet hier die Werwechſelung nsClich

*) Geißel beßer bei gebrochenen Fühlern die auf das erſte lange folgenden Glieder zuſammen.