Aufsatz 
Naturgeschichte der Ameisen und Anleitung zur Bestimmung der nassauischen Arten : 1. Theil / Schenck
Entstehung
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gewieſen, die ſich jedoch auf Geſang, den Unterricht im Zeichnen und Malen, die Aufführungen bei Schulfeſten ꝛc. beſchränken.

Zur Förderung der geſelligen Bildung war den Schülern der beiden oberen Claſſen die Theilnahme an den von der Caſinogeſellſchaft veranſtalteten Bällen und anderen Unterhaltungen geſtattet, es iſt aber von dieſer Erlaubniß nicht in der zu wünſchenden Ausdehnung Gebrauch gemacht worden. Ich erlaube mir daher an auswärtige Eltern die wiederholte Bitte zu richten, auch ihrerſeits dahin zu wirken, daß ihre Söhne die Gelegenheit, ſich in gebildeten Geſellſchafts⸗ kreiſen zu bewegen, beſſer benutzen.Die jungen Leute bekommen, wenn ſie längere Zeit auf ſich und ihres Gleichen beſchränkt ſind, eine gewiſſe Scheu vor der Berührung und dem Um⸗ gange mit Gebildeten, und gewöhnen ſich leicht einen Ton und Manieren an, die ihnen im ſpäteren Leben nicht zur Empfehlung gereichen.

D. Disciplin.

Gröbere Vergehen, die mit andern als den gewöhnlichen Schulſtrafen hätten geahndet werden müſſen, ſind nicht vorgekommen. Die zur Verhütung von Disciplinarvergehen getroffenen Anordnungen haben ſich im Allgemeinen auf eine erfreuliche Weiſe bewährt. Gleichwohl iſt immer noch eine größere Mitwirkung der Eltern in erziehlicher Hinſicht zu wünſchen.

E. Phyfiſches Wohl.

Der Geſundheitszuſtand war in dieſem Jahre weniger befriedigend. Wenn auch kein Lehrer durch Unwohlſein ſeiner Berufsthätigkeit auf längere Zeit entzogen wurde, ſo kamen Krankheits⸗ fälle unter den Schülern deſto häufiger vor, und die Anſtalt hat ſogar den Verluſt zweier ſehr braven Zöglinge zu beklagen, die ihr durch den Tod entriſſen worden ſind.

Am 2. Mai v. J. verſchied zu Dillenbnrg während der Oſterferien der Oberprimaner Wilhelm Metzler, Sohn des Herzogl. Amtmanns Metzler, an einer Unterleibsentzündung, und am 8. September deſſelben Jahres der Quintaner Guſtav Moſer, Sohn des hieſigen Bürgers und Färbermeiſters Moſer, am Scharlachfieber, das auch hier zahlreiche Opfer unter der Jugend gefordert hat.

II. Chronik des Gymnaſiums.

Der mündliche Theil der im Februar 1862 begonnenen Maturitätsprüfung kam unter der Leitung zweier Herzogl. Commiſſarien, der Herren Regierungsräthe Dr. Firnhaber und Dr. Sporer, am 31. März zur Erledigung. Von den vier Prüflingen erhielten drei das Zeugniß der akademiſchen Reife, und iſt einer, Chriſtian Moſer von Weilburg, zum Studium der evangeliſchen Theologie, zwei, Friedrich Wiegand von Weilburg und Carl Cramer von Montabaur, zu dem der Jurisprudenz auf Univerſität gegangen. Der Abitu⸗ rient Wilh. Stahl von Weinbach beſtand die wiederholte Maturitätsprüfung im Herbſte v. J. und ſtudirt Medicin.

Am 9. und 10. April öffentliche Frühlingsprüfung unter der Leitung der vorgenannten Herren Commiſearien.

Das laufende Schuljahr begann den 3. Mai v. J. mit der Aufnahmeprüfung, zu der 31 neue Zöglinge angemeldet waren. Am 5. Mai, Vormittags 9 Uhr, allgemeine Verſammlung und am 6. Mai Vormittags 7 Uhr Beginn des Unterrichts.

Vom 7. bis 16. Juni Pfingſtferien.