Aufsatz 
Monographie der geselligen Wespen mit besonderer Berücksichtigung der Nassauischen Species
Entstehung
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Familie der Bienen(Apiarien) enthält in der Gattung Nomada(Wespenbiene, Schmuck⸗ biene) meiſtens wespenartig gefärbte Species; aber das breite flache Ferſenglied der Hintertarſen und die ſchmahle, lange, ungetheilte Zunge liefert ein Unterſcheidungsmerkmal von der Familie der Vesparien, außerdem münden die 2 rücklaufenden Adern in die zweite und dritte Cubitalzelle. Auch mehrere Species Blattwespen haben wespenartige Farben, z. B. Tenthredo Serophulariae, triceincta, marginella, segmentaria; allein ſchon die Art, wie hier der Hinterleib mit der Bruſt verbunden iſt, läßt eine Verwechslung nicht zu; bei den Blattwespen iſt nämlich der Hinter⸗ leib mit ſeiner ganzen Breite an den Thorax angewachſen und zwiſchen beiden nur eine ſeichte Furche; dazu kommen die kürzeren, nur 9gliedrigen Fühler jener Species, die größere Zellenzahl der Flügel(z. B. 2 Radialzellen) und die 8 Segmente des Hinterleibs. Aus der Familie der Schlupfwespen gleichen ebenfalls einige Arten in Färbung und Zeichnung eigentlichen Wespen; aber die ſehr ſchlanke Geſtalt, die langen, vielgliederigen, nicht gebrochenen Fühler, und die geringere Zellenzahl(nur 2 geſchloſſene Cubitalzellen, die erſte aber mit der erſten Discoidalzelle verſchmolzen) werden eine Verwechslung verhüten. Selbſt in andern Ordnungen, wie unter den Zweiflüg⸗ lern(z. B. Conops, Syrphus, Milesia, Ceria, Chrysotoxum), den Schmetterlingen G. B. Sesia apiformis) und Käfern(z. B. Clytus arietis, gazella, arcuatus, detritus) kommen wespenartige Zeichnungen vor.

§. 12. Eintheilung der Papierwespen in Genera. Die Section der Papier⸗ wespen zerfällt in 2 Genera: I. Vespa; II. Polistes.

I. Vespa. 1) Der Hinterleib iſt faſt kegelförmig, an der Baſis, wie der Metathorarx, ſenk⸗ recht abgeſtutzt; das erſte Segment walzenförmig, an der Baſis meiſt ſcharfkantig; das zweite faſt walzenförmig, wenig erweitert und vom erſten nicht abgeſetzt; der Thorax vom Hinterleib durch einen tiefen, aber engen Einſchnitt getrennt. 2) Der Kopfſchild iſt oben und unten ſeicht bogen⸗ förmig ausgerandet, und erſtreckt ſich faſt bis zur Fühlerwurzel. 3) Die Oberkiefer ſind am Ende merklich breiter, als an der Baſis und am ganzen Vorderrande ſchräg abgeſtutzt; der oberſte Zahn iſt an der Baſis weit breiter als die 2 andern, und die 3 Zähne nehmen von unten nach oben deutlich an Länge ab; der ungezahnte obere Theil beträgt die Hälfte des ganzen Vorderrandes. 4) Die Fühler des Männchens ſind am Ende nicht umgekrümmt. 5) Die Zellenſcheiben des Neſtes ſind von einer runden oder länglichen Hülle umgeben.

II. Polistes. 1) Der Hinterleib iſt eiförmig, an der Baſis bedeutend verſchmählert und ſchräg abwärts zum Thorax gehend; das erſte Segment iſt oben kurz dreieckig, das zweite ſehr erweitert und deutlich abgeſetzt; der Methathorar ſchief abwärts gehend, daher ein weiter Zwiſchen⸗ raum zwiſchen Thorax und Hinterleib. 2) Der Kopfſchild iſt am Unterrande in der Mitte winkelig vorgezogen, oben faſt gerade abgeſtutzt, und hier ziemlich weit von der Fühlerbaſis entfernt. 3) Die Oberkiefer ſind vornen nicht erweitert, von der Baſis bis zum Ende ohngefähr von gleicher Breite, die Zähne ohngefähr gleich lang, nur der äußerſte etwas größer; der oberſte an der Baſis nicht breiter als die 2 übrigen; die Kiefer ſind nicht am ganzen Vorderrande, ſondern nur ober⸗ halb der Zähne etwas ſchräg abgeſtutzt, und dieſer ungezahnte Theil iſt ſehr klein. 4) Die Fühler der Männchen haben am Ende eine hakenförmig umgekrümmte Spitze. 5) Die Neſter beſtehen nur aus einer, ſelten mehreren Scheiben, ohne Hülle.

Anmerkung. Bei Linnée und anderen älteren Schriftſtellern iſt Polistes mit Vespa